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Pakistan verhandelt mit Iran über LNG-Durchfahrt durch Hormus-Straße

Ein katarischer LNG-Tanker passierte die Straße von Hormus erfolgreich – Pakistan will weitere Lieferungen sichern.

Pakistan verhandelt mit Iran über LNG-Durchfahrt durch Hormus-Straße

Pakistan führt derzeit Gespräche mit dem Iran über die Genehmigung katarischer Flüssigerdgastanker (LNG) für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Dies berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, die anonym bleiben wollten, da die Verhandlungen vertraulich sind. Hintergrund ist der dringende Energiebedarf Pakistans, das nach günstigeren Alternativen zum teuren Spotmarkt sucht.

Ein erster Erfolg zeichnet sich ab: Der katarische LNG-Tanker „Al Kharaitiyat" verließ das Terminal Ras Laffan in Katar Anfang April und wurde am vergangenen Sonntag im Golf von Oman geortet. Schiffsverfolgungsdaten zufolge nahm das Schiff eine nördliche Route entlang der iranischen Küste durch die Meerenge. Frühere Versuche Katars, Ladungen durch die Straße von Hormus zu bringen, waren hingegen gescheitert – die Tanker mussten umkehren.

Pakistan hatte sich dem Bericht zufolge bewusst gegen den Kauf von teurem LNG am Spotmarkt entschieden und stattdessen auf die Freigabe von Lieferungen aus dem Nahen Osten gesetzt. Ob auf die erfolgreiche Fahrt der „Al Kharaitiyat" weitere Lieferungen folgen werden, ist derzeit noch unklar.

Hintergrund: Energiekrise seit Ende Februar

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den globalen Energiehandel. Seit Ende Februar, als in der Region Feindseligkeiten ausbrachen, ist Katar – einer der weltweit größten LNG-Produzenten – nicht mehr in der Lage gewesen, Gasexporte aus dem Persischen Golf zu verschiffen. Die Folge: Die LNG-Preise schnellten in die Höhe, und asiatische Käufer suchten händeringend nach alternativen Lieferquellen.

Vor Ausbruch des Konflikts passierten täglich rund drei LNG-Lieferungen die Straße von Hormus. Die einzelne Fahrt der „Al Kharaitiyat" ist damit nur ein Bruchteil des früheren Volumens. Dennoch gilt sie als wichtiges Signal für eine mögliche Entspannung der Lage.

Bemerkenswert ist zudem, dass zwei LNG-Tanker aus der Exportanlage der Abu Dhabi National Oil Co. (ADNOC) die Meerenge seit Beginn des Konflikts bereits durchquert haben. Dies deutet darauf hin, dass die Durchfahrt unter bestimmten Bedingungen möglich ist – und gibt Pakistans Verhandlungsstrategie eine gewisse Grundlage.

Bedeutung für den globalen LNG-Markt

Für den globalen Energiemarkt wäre eine dauerhafte Lösung von erheblicher Bedeutung. Katar zählt zu den bedeutendsten LNG-Exporteuren weltweit und beliefert zahlreiche Länder in Asien und Europa. Eine anhaltende Blockade der Exportroute durch den Persischen Golf trifft nicht nur Pakistan, sondern potenziell auch andere Importnationen, die auf katarisches Gas angewiesen sind.

Ob Pakistans Verhandlungen mit dem Iran zu einer regelmäßigen Wiederaufnahme der LNG-Durchfahrten führen, bleibt abzuwarten. Die erfolgreiche Passage der „Al Kharaitiyat" ist jedoch ein erster konkreter Schritt in diese Richtung und wird von Marktteilnehmern und Energieexperten aufmerksam beobachtet.

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