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Paketdienste DPD und GLS kooperieren auf der letzten Meile

Gemeinsam gegen hohe Kosten: Netz aus Paketshops und Automaten soll Zustellung optimieren

Paketdienste DPD und GLS kooperieren auf der letzten Meile

Die beiden Paketdienstleister DPD und GLS planen eine Zusammenarbeit, um ihre Auslieferungskosten auf der sogenannten "letzten Meile" zu senken. Ziel ist es, ein gemeinsames Netz von Paketshops und Ausgabeautomaten aufzubauen, um die Zustellungskosten zu reduzieren und die Kunden dazu zu bewegen, auf die Lieferung an die Haustür zu verzichten. Insgesamt sollen rund 20.000 Abgabe- und Ausgabepunkte entstehen. Diese Kooperation ist eine Reaktion auf die hohen Kosten der letzten Meile, die laut dem Logistikexperten Rico Back etwa 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Nur 80 Prozent der Zustellungen an Privathaushalte sind beim ersten Versuch erfolgreich, was zu wiederholten Anfahrten und zusätzlichen Kosten führt.

Bereits in der Vergangenheit versuchten DPD, GLS und Hermes mit dem Projekt "Parcellock", die Zustellung zu optimieren. Durch das Angebot von Paketkästen vor der Haustür sollte die Notwendigkeit mehrerer Zustellversuche reduziert werden. Dieses Vorhaben wurde jedoch 2022 aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt. In dem aktuellen Projekt arbeiten DPD und GLS ohne Hermes zusammen. Die Paketshops der beiden Dienstleister, die häufig an Tankstellen oder Kiosken zu finden sind, sollen künftig auch Pakete des jeweils anderen Anbieters annehmen. Darüber hinaus ist geplant, bis Ende 2025 rund 1.000 gemeinsame Paketautomaten zu installieren, die bis 2027 auf 5.000 erweitert werden sollen. Die Kosten hierfür werden auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Während GLS sich vor allem auf die Paketzustellung an Firmenkunden konzentriert, versucht DPD, vom wachsenden E-Commerce-Geschäft zu profitieren. Dennoch hat DPD Deutschland seit Jahren Schwierigkeiten, die Kosten in den Griff zu bekommen. Im Jahr 2021 verzeichnete die deutsche Tochter der französischen Post La Poste einen Nachsteuerverlust von 22,6 Millionen Euro. Auch das Geschäftsjahr 2022 fiel für DPD Deutschland nach Schätzungen der Branche negativ aus.

Ein großer Konkurrent der beiden Dienstleister bleibt DHL, das über ein starkes Netz von Packstationen verfügt und durch die sogenannte Verbundzustellung, bei der Pakete und Briefe gemeinsam zugestellt werden, einen Kostenvorteil hat. Wie erfolgreich die Bemühungen von DPD und GLS sein werden, Kunden zur Nutzung der Abgabepunkte statt der Haustürzustellung zu bewegen, bleibt abzuwarten. Es wird darüber nachgedacht, Versandkostenermäßigungen von ein bis zwei Euro anzubieten, um Anreize für die Abholung in Paketshops zu schaffen.

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