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Oura und Whoop: Wearables-Boom mit unsicherem Investment-Case

Smarte Ringe und Fitness-Armbänder boomen – doch die Geschichte von Fitbit mahnt Investoren zur Vorsicht vor geplanten Börsengängen.

Oura und Whoop: Wearables-Boom mit unsicherem Investment-Case

Schlaf-Scores, Herzfrequenz, Menstruationszyklus-Vorhersagen – Wearables wie der Smart Ring von Oura und das Armband von Whoop liefern heute detaillierte Einblicke in die eigene Biologie. Beide Unternehmen wachsen rasant, haben prominente Unterstützer und streben in naher Zukunft einen Börsengang an. Doch für Investoren ist der Fall längst nicht so eindeutig, wie er auf den ersten Blick erscheint.

Oura hat nach eigenen Angaben mehr als 5,5 Millionen seiner rund 400 Dollar teuren Smart Rings verkauft. Laut IDC-Daten war das Unternehmen im ersten Quartal dieses Jahres nach Absatzvolumen eine der beliebtesten Wearable-Marken in den USA – direkt hinter Apple und der Alphabet-Tochter Google. Prominente wie Gwyneth Paltrow haben den Ring öffentlich gelobt und zur Bekanntheit der Marke beigetragen.

Whoop setzt auf ein anderes Modell: Das bildschirmlose Armband bindet Nutzer über ein Abonnement-System. Weltweit zählt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 2,5 Millionen Mitglieder. Sport-Superstars wie LeBron James und Cristiano Ronaldo gehören zu den prominenten Unterstützern der Marke, die sich vor allem bei leistungsorientierten Athleten und Fitness-Enthusiasten etabliert hat.

Milliardenbewertungen und Börsenpläne

Beide Unternehmen haben zuletzt Kapital bei Bewertungen am Privatmarkt von jeweils rund 10 bis 11 Milliarden Dollar aufgenommen. Das entspricht etwa dem Zehnfachen des jeweiligen Umsatzes – eine ambitionierte Kennzahl, die hohe Wachstumserwartungen widerspiegelt. Die Börsengänge beider Unternehmen werden in naher Zukunft erwartet.

Die Attraktivität des Geschäftsmodells ist durchaus real. Moderne Wearables liefern tatsächlich nützliche Erkenntnisse, die eine bedeutende Nutzerbindung fördern. Detaillierte Schlafanalysen und Gesundheitsdaten schaffen einen Mehrwert, der Nutzer langfristig an die Plattformen bindet – ein entscheidender Vorteil gegenüber reinen Hardware-Produkten.

Der lange Schatten von Fitbit

Für Investoren wirft jedoch die Geschichte von Fitbit einen langen Schatten auf die aktuellen Bewertungen. Vor etwa einem Jahrzehnt ging der Pionier unter den Fitness-Tracker-Herstellern an die Börse und erreichte eine Marktkapitalisierung von fast 10 Milliarden Dollar – eine Zahl, die unheimlich nah an den heutigen Bewertungen von Oura und Whoop liegt.

Das Wachstum von Fitbit kam schließlich zum Erliegen, als spezialisierte Fitness-Tracker von All-in-One-Smartwatches wie der Apple Watch in den Schatten gestellt wurden. Der einstige Börsenliebling verlor massiv an Wert. Im Jahr 2021 übernahm Google Fitbit für rund 2,1 Milliarden Dollar – weniger als das Zweifache des damaligen Umsatzes. Vom einstigen Börsenwert von fast 10 Milliarden Dollar war damit kaum etwas übrig geblieben.

Die zentrale Frage für Investoren lautet daher: Haben Oura und Whoop mit ihren Abo-Modellen und tieferen Gesundheitsdaten tatsächlich einen nachhaltigeren Burggraben aufgebaut als Fitbit seinerzeit? Oder droht auch ihnen, von integrierten Plattformen großer Tech-Konzerne verdrängt zu werden? Die Geschichte der Hardware für digitale Gesundheit im Konsumentenbereich mahnt zumindest zur Vorsicht – auch wenn der Boom der Wearables heute unbestreitbar real ist.

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