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Ottobock vollständig zurück in Familienhand

Strategische Neuausrichtung und Börsenpläne unterstreichen Wachstumskurs

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Ottobock vollständig zurück in Familienhand

In einem bemerkenswerten Schritt hat die Familie Näder, angeführt von Ottobock-Chef Hans Georg Näder, sämtliche Anteile des renommierten Prothesenherstellers Ottobock zurückerworben, wodurch das Unternehmen wieder vollständig in Familienbesitz übergeht. Dieser Rückkauf markiert einen signifikanten Moment in der Geschichte des Unternehmens, das sich auf die Herstellung von Prothesen und neuerdings auch auf Exoskelette für die Industrie spezialisiert hat. Die Transaktion, deren finanzielle Details unter Verschluss gehalten werden, soll noch im ersten Halbjahr 2024 abgeschlossen werden.

Der Rückkauf erfolgte von der Private-Equity-Gesellschaft EQT, die seit 2017 einen 20-prozentigen Anteil an Ottobock hielt. Die Partnerschaft mit EQT war für Ottobock eine Phase der Professionalisierung und Vorbereitung auf die Börsenreife, einschließlich der Umstellung auf internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS). Seit dem Einstieg von EQT ist die Mitarbeiterzahl des Unternehmens um etwa 30 Prozent auf rund 9000 gestiegen, was die dynamische Entwicklung und das Wachstum von Ottobock unterstreicht.

Obwohl ursprünglich Pläne für einen Börsengang im Jahr 2022 bestanden, verließen der damalige Vorstandschef und die Finanzvorständin das Unternehmen, was zu einer Neubewertung der Situation führte. Trotz der Herausforderungen auf dem Markt für Börsengänge, wie das enttäuschende Debüt von Birkenstock in den USA zeigte, hält die Familie Näder an der Idee eines zukünftigen Börsengangs fest. Ein solcher Schritt könnte die Rückzahlung der Kredite für den Rückkauf der Anteile erleichtern.

Die finanzielle Unterstützung für den Rückkauf stammt aus privaten Kreditfonds, und die Familie Näder wird von einem Konsortium aus Beratungs- und Finanzdienstleistern unterstützt. Dies deutet auf eine strategische Planung und das Vertrauen in die zukünftige Entwicklung des Unternehmens hin.

Ottobock hat seit dem Einstieg von EQT seinen Umsatz signifikant steigern können, von etwa 880 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2023. Diese Entwicklung spiegelt das starke Wachstum und die erfolgreiche Expansion des Unternehmens wider, auch durch rund 30 Übernahmen, die zusätzlichen Umsatz generierten.

Neben dem Kerngeschäft mit Prothesen hat Ottobock sein Produktportfolio um Exoskelette erweitert, die körperliche Arbeit in der Industrie erleichtern sollen. Zu den Kunden dieser neuen Produktlinie gehören namhafte Unternehmen wie Amazon und Ikea. Trotz des Erfolgs im Prothesenbereich steht die Exoskelett-Sparte noch am Anfang ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.

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