Orange nimmt AST SpaceMobile als Satellit-zu-Smartphone-Partner auf
Der französische Telekomriese erweitert sein Satelliten-Portfolio und plant Demonstrationen in Rumänien für Ende 2026.

Orange hat AST SpaceMobile in seine wachsende Liste von Satelliten-Partnern aufgenommen. Der französische Telekommunikationskonzern verfolgt damit konsequent seinen Multi-Vendor-Ansatz bei der Satellitenkonnektivität. Erste Demonstrationen für Sprach-, SMS- und Datendienste sind für Ende 2026 in Rumänien geplant.
Die sogenannten Direct-to-Device-Dienste (D2D) ermöglichen es herkömmlichen Smartphones, sich ohne spezielle Hardware direkt mit Satelliten zu verbinden. Diese Technologie ist besonders in Märkten mit lückenhafter terrestrischer Infrastruktur wertvoll – ein Aspekt, der für Oranges afrikanische Märkte von besonderer Bedeutung ist. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber Reuters, dass Orange den Satellit-zu-Smartphone-Betrieb gezielt in Europa und Afrika ausweiten wolle.
Bei der Partnerwahl setzt Orange auf einen strategischen Auswahlprozess: Für jeden Markt werde der am besten geeignete Anbieter ausgewählt, basierend auf lokalen Kriterien wie Satellitenabdeckung, Verfügbarkeit von Bodenstationen und Smartphone-Penetrationsraten. Dieser Ansatz soll zudem die Resilienz der Dienste in Notfällen gewährleisten.
Breites Partnernetzwerk gegen Starlink
Mit AST SpaceMobile umfasst Oranges Satelliten-Portfolio nun eine beachtliche Riege an Anbietern. Bereits zuvor hatte der Konzern Partnerschaften mit den europäischen Unternehmen Eutelsat und SES geschlossen, ebenso mit Elon Musks Starlink und dem kanadischen Anbieter Telesat. Orange-CEO Christel Heydemann setzt sich dabei vehement für eine europäische Satellitensouveränität ein.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseHeydemann fordert Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Starlink und dem kommenden Low-Earth-Orbit-Netzwerk von Amazon. In diesem Kontext ist auch die EU-Initiative IRIS2 relevant, ein geplantes europäisches Satellitennetzwerk, das als strategische Alternative zu US-amerikanischen Anbietern positioniert werden soll. Auch Satellite Connect Europe, gegründet im November 2025, strebt den Aufbau einer europäischen Satellitenkonstellation mit einem Betriebszentrum in Deutschland an.
Europäische Telekommunikationsunternehmen liefern sich derzeit ein Wettrennen um Satellitenkonnektivität. Neben Orange haben auch die spanische Telefónica und die ukrainische Kyivstar Partnerschaften mit Satellitenfirmen angekündigt. Der Markt für direkte Satellitenverbindungen zu Endgeräten gilt als einer der bedeutendsten Wachstumsbereiche der Telekommunikationsbranche.


