Oracle unter Druck, Analyst bleibt optimistisch
Deutsche Bank sieht trotz Kursschwäche unerkannte Chancen durch OpenAI-Partnerschaft

Die zuletzt schwache Entwicklung der Oracle-Aktie hat am Markt zu spürbarer Verunsicherung geführt. Trotz dieser Abwärtsbewegung bewertet ein Analyst der Deutschen Bank die Situation unerwartet positiv. Brad Zelnick erläuterte in einer neuen Studie, dass der von vielen Investoren befürchtete Negativfall bei Oracle durchaus ein Signal für unterschätztes Potenzial sein könnte, insbesondere im Zusammenhang mit der strategischen Zusammenarbeit mit OpenAI. Nach seiner Einschätzung bewerte der Markt den möglichen Nutzen dieser Partnerschaft derzeit kaum.
Viele Anleger hatten sich in den vergangenen Wochen verstärkt mit den steigenden Ausgaben des Unternehmens auseinandergesetzt, vor allem im Hinblick auf den massiven Ausbau der KI-Infrastruktur. Zelnick skizziert ein Szenario, in dem die Prognosen für das Geschäftsjahr 2030 weder Einnahmen noch Kosten aus der Kooperation mit OpenAI enthalten. In dieser Variante würde der Gewinn pro Aktie um etwa vier US-Dollar niedriger ausfallen und bei rund 17 US-Dollar liegen. Gleichzeitig könnte der freie Cashflow um rund zehn Milliarden US-Dollar auf 31 Milliarden US-Dollar sinken.
Werden diese Zahlen auf den aktuellen Wert diskontiert, ergibt sich laut Zelnick ein Bild, das nahelegt, dass Oracle am Markt derzeit kaum einen Mehrwert durch die Zusammenarbeit mit OpenAI zugeschrieben bekommt. Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Kursniveaus rund um 200 US-Dollar ergebe sich daraus der Eindruck einer deutlichen Unterbewertung. Der Analyst hält an seiner Kaufempfehlung fest und nennt ein Kursziel von 375 US-Dollar.
Gleichzeitig verweist er auf bestehende finanzielle Risiken. Die steigenden Leasingverpflichtungen könnten sich stärker auf die Bilanz auswirken als geplant. In einem solchen Fall würde der Gewinn pro Aktie auf etwa 15 US-Dollar und der freie Cashflow auf rund 26 Milliarden US-Dollar sinken. Diese Werte fielen niedriger aus als bislang angenommen, doch Zelnick begründet seine Einschätzung damit, dass die Verträge ausreichend flexibel gestaltet seien, um eine langfristige Stabilität sicherzustellen.
Die aktuelle Bewertung der Aktie spiegelt aus seiner Sicht die Wachstumsperspektiven nicht wider. Bei einem Bewertungsniveau von etwa dem 27-Fachen der erwarteten Gewinne des Kalenderjahres 2026, die bereits durch hohe Vorleistungen im KI-Segment belastet seien, zeige sich ein kurzfristig orientierter Markt. Der bestehende OpenAI-Auftragsbestand verschaffe Oracle hingegen sichtbare Erträge und bestätige die Rolle des Unternehmens im globalen Wettbewerb um KI-Infrastruktur.
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Zur AktienanalyseIm regulären Handel hatte sich die Aktie am Mittwoch kurzzeitig stabilisiert und mit einem Plus von vier Prozent geschlossen, gab jedoch nachbörslich wieder zwei Prozent nach. Über den vergangenen Monat verlor das Papier mehr als 28 Prozent und reduzierte damit einen erheblichen Teil der zuvor erzielten Jahresgewinne. Seit Jahresbeginn ergibt sich dennoch ein Zuwachs von aktuell rund 23 Prozent, nachdem das Plus im September zeitweise bei 97 Prozent gelegen hatte.

