Oracle erwartet massive Zuwächse im Cloud-Geschäft
Konzern prognostiziert 225 Milliarden Dollar Umsatz und steigende Nachfrage aus verschiedenen Branchen

Oracle rechnet bis zum Geschäftsjahr 2030 mit einem Umsatzsprung in seinem Cloud-Geschäft auf 166 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben des Unternehmens soll dieser Bereich damit rund drei Viertel der gesamten Einnahmen ausmachen. Vorstandschef Clay Magouyrk gab die Prognose bei einem Treffen mit Finanzanalysten bekannt und erklärte, die neuen Aufträge stammten von einer breiten Kundenbasis und nicht allein von OpenAI. Damit will der Konzern deutlich machen, dass das Wachstum auf mehreren Partnerschaften beruht.
Finanzchef Dough Kehring ergänzte, dass der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2030 voraussichtlich 225 Milliarden Dollar erreichen werde. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll demnach bei 21 Dollar liegen, während Analysten laut LSEG-Daten bislang mit 18,92 Dollar gerechnet hatten. Nach der Ankündigung stieg die Oracle-Aktie zunächst um drei Prozent, verlor jedoch im nachbörslichen Handel rund zwei Prozent, nachdem auch die umfassendere Prognose für Umsatz und Gewinn vorgestellt worden war.
Im vergangenen Monat hatte Oracle mitgeteilt, Aufträge in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Dollar für Cloud-Infrastruktur verbucht zu haben. Zudem arbeitet der Konzern gemeinsam mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI an einem Projekt im Umfang von 500 Milliarden Dollar, das den Bau von fünf neuen Rechenzentren umfasst. Im jüngsten Quartal stieg der Cloud-Umsatz um 28 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.
Magouyrk erklärte, innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen habe die Cloud-Sparte Oracle Cloud Infrastructure neue Verpflichtungen im Wert von 65 Milliarden Dollar erhalten. Dazu gehöre ein 20-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Meta Platforms. Er betonte, dass diese jüngsten 65 Milliarden Dollar an neuen Buchungen von anderen Kunden als OpenAI stammten. Insgesamt handle es sich um sieben Verträge mit vier verschiedenen Kunden.
Angesichts von Investorenfragen zu den Gewinnspannen teilte Oracle mit, dass die bereinigte Bruttomarge für KI-bezogene Cloud-Infrastruktur zwischen 30 und 40 Prozent liegen werde. Für traditionellere Cloud-Software und Geschäftsanwendungen erwartet das Unternehmen Margen zwischen 65 und 80 Prozent. In seinem letzten Quartal hatte Oracle eine Bruttomarge von 68,7 Prozent erzielt, wobei Analysten laut LSEG-Schätzungen für das Geschäftsjahr 2027 einen leichten Rückgang prognostizieren.
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Zur AktienanalyseDas Unternehmen erläuterte außerdem, dass die Margen über die Laufzeit eines Vertrags stabil bleiben sollen. Als Beispiel nannte Oracle ein hypothetisches Projekt im Volumen von 60 Milliarden Dollar über sechs Jahre, bei dem jährlich Kosten von rund 6,4 Milliarden Dollar anfallen würden. Damit will der Konzern verdeutlichen, dass die langfristige Wirtschaftlichkeit seiner Cloud-Infrastruktur trotz hoher Anfangsinvestitionen gesichert bleiben soll.


