Oracle CDS-Spreads fallen nach Ankündigung von 50-Milliarden-Dollar-Finanzierungsplan
Kreditausfallversicherungen des Software-Konzerns sinken um 17 Prozent, während Aktie unter Verwässerungsdruck gerät

Die Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) von Oracle sind um 17 Prozent gefallen, nachdem der Software-Konzern einen umfassenden Finanzierungsplan für seine KI-Expansion vorgestellt hat. Der US-Konzern plant, in diesem Jahr zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen.
Die 5-jährigen CDS von Oracle waren Ende 2025 stark angestiegen, als Investoren Bedenken über die massiven Rechenzentrumsausgaben des Unternehmens äußerten. Credit Default Swaps funktionieren wie eine Versicherung: Käufer zahlen für den Schutz vor einem möglichen Zahlungsausfall des Schuldners. Der deutliche Rückgang der CDS-Spreads signalisiert nun wachsendes Vertrauen der Fremdkapitalgeber.
Oracle hatte bereits im September 2025 mit einer Anleiheemission über 18 Milliarden Dollar eine der größten Schuldenemissionen in der Technologiebranche platziert. Die Mittel fließen in den Ausbau der Cloud-Infrastruktur für Großkunden wie Nvidia, Meta, OpenAI und Elon Musks xAI.
Eigenkapitalkomponente beruhigt Anleiheinvestoren
Besonders die Nutzung von Eigenkapital als Teil der Finanzierung wird von Analysten positiv bewertet. "Die Einbeziehung von Eigenkapital ist ein wichtiges Signal an Anleiheinvestoren, dass Oracle nicht ausschließlich auf Fremdkapital setzt", kommentieren Marktbeobachter. Von den geplanten 45 bis 50 Milliarden Dollar sollen 20 bis 25 Milliarden durch Aktienverkäufe aufgebracht werden.
Allerdings reagierte die Oracle-Aktie negativ auf die Ankündigung und verlor am Montag weitere 3 Prozent. Seit ihrem Höchststand im September 2025 hat sich der Aktienkurs bereits halbiert. Grund für die aktuelle Schwäche ist die befürchtete Verwässerung für bestehende Aktionäre durch die geplante Kapitalerhöhung.
OpenAI-Abhängigkeit sorgt für Unsicherheit
Ein weiterer Belastungsfaktor ist Oracles starke Abhängigkeit von OpenAI. Nach Schätzungen von Analysten der Investmentbank D.A. Davidson sind mindestens 300 Milliarden Dollar der insgesamt 523 Milliarden Dollar an verbleibenden Leistungsverpflichtungen des Konzerns an den ChatGPT-Entwickler gebunden.
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Zur AktienanalyseOracle plant, durch ein sogenanntes At-the-Money-Angebot Eigenkapital zu beschaffen. Händler erwarten, dass das Unternehmen in den kommenden Wochen etwa 10 Prozent seines gesamten Handelsvolumens über den Markt verkaufen wird. UBS-Analysten warnten, dass diese Aktienverkäufe "möglicherweise nicht von allen Eigenkapitalgebern wohlwollend aufgenommen" werden.
Die Finanzierungsankündigung beendet eine Phase der "maximalen Angst" am Markt, in der Investoren auf praktisch jede Oracle-Schlagzeile negativ reagierten. Besonders nach dem Quartalsbericht im Dezember hatte die fehlende Klarheit über die Finanzierungspläne für Verunsicherung gesorgt und die CDS-Preise in die Höhe getrieben.


