Oppenheimer sieht SpaceX als „Ostindien-Kompanie des Weltraums"
Analysten vergeben „Outperform"-Rating mit Kursziel von $190 – 40% über dem IPO-Preis von $135.

Das Investmenthaus Oppenheimer hat die Beobachtung der SpaceX-Aktie mit einem „Outperform"-Rating und einem Kursziel von $190 aufgenommen. Der IPO-Preis liegt bei $135, womit das Kursziel rund 40% darüber liegt. Die Aktien sollen unter dem Tickersymbol „SPCX" an der Börse debütieren – im Rahmen dessen, was als größter Börsengang aller Zeiten gilt.
„Wir glauben, dass SpaceX seine Expertise in den Bereichen Engineering, Fertigung und Weltraumtechnologien nutzen wird, um zum weltweit größten Kommunikations-, Cloud- und KI-Unternehmen aufzusteigen", schrieben die Oppenheimer-Analysten in einer Mitteilung. Sie erwarten, dass der Umsatz von $19 Milliarden im vergangenen Jahr auf mehr als $200 Milliarden bis 2030 steigen könnte – getrieben durch technologischen Vorsprung, vertikale Integration und Skaleneffekte.
Die Bedeutung des Börsengangs geht über SpaceX selbst hinaus. Wie der Markt auf das Debüt reagiert, könnte den Ton für weitere Mega-IPOs setzen – darunter Anthropic und OpenAI, die später in diesem Jahr folgen könnten.
Drei Geschäftsbereiche, die sich gegenseitig stärken
Oppenheimer sieht SpaceX als führend in drei sich überschneidenden Segmenten: Starlink und Konnektivität, Start- und Weltraumdienste sowie künstliche Intelligenz. Die Analysten betonen, dass jede Einheit zum Erfolg der anderen beiträgt und gleichzeitig die Kosten im gesamten Unternehmen senkt.
Heute ist Starlink die Cashcow des Unternehmens. Der Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um rund 50% und machte mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Die soliden freien Cashflows helfen dabei, die massiven Investitionsausgaben der Start- und KI-Sparten zu finanzieren.
Das Startgeschäft – und insbesondere das Starship der nächsten Generation – bezeichnen die Analysten als „Schlüssel zum Erfolg von SpaceX". Sobald das noch in der Testphase befindliche Starship einsatzbereit ist, soll es die Kosten für den Transport in den Orbit von derzeit etwa $2.700 pro Kilogramm auf rund $100 senken. Niedrigere Kosten würden es SpaceX ermöglichen, seine Starlink-Satellitenkonstellation zu erweitern und Rechenzentren im Weltraum wirtschaftlich rentabel zu machen.
KI: Größtes Potenzial, aber noch am wenigsten ausgereift
SpaceX beziffert den potenziellen Wert seines KI-Geschäfts auf $26 Billionen – etwa 90% seines gesamten adressierbaren Marktes. Doch der Weg dorthin ist weit: KI ist der am wenigsten ausgereifte Geschäftsbereich mit einem Umsatz von etwas mehr als $3 Milliarden im vergangenen Jahr. Das Grok-Modell liegt in seinen Fähigkeiten hinter den Wettbewerbern von Alphabet, OpenAI und Anthropic zurück.
Gleichzeitig ist KI der teuerste Bereich und machte im vergangenen Jahr mehr als 60% der Investitionsausgaben von SpaceX aus. Oppenheimer sieht dennoch das Potenzial für einen „vertikal integrierten KI-Stack, den kein anderes Unternehmen auf der Erde replizieren kann" – bestehend aus dem Grok-Basismodell, einer Anwendungsschicht, eigenentwickelten Halbleitern im Rahmen des Terafab-Projekts sowie orbitalen Rechenzentren.
Hohe Bewertung und Musk-Risiko als Warnsignale
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Zur AktienanalyseTrotz des Optimismus sind die Risiken erheblich. Die Aktien werden mit dem 100-fachen des Umsatzes bewertet – teurer als Palantir, die nach diesem Maßstab teuerste Aktie im S&P 500, die ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 65 aufweist. Morningstar bewertete SpaceX zuletzt mit $780 Milliarden – fast $1 Billion weniger als der durch den IPO-Preis implizierte Wert.
Hinzu kommt der geringe Streubesitz: Weniger als 5% der Aktien werden nach dem Börsengang gehandelt, was die Aktie laut Oppenheimer besonders volatil machen dürfte. Und dann ist da noch Elon Musk, der die vollständige Kontrolle über SpaceX hält, mehrere andere Unternehmen leitet und laut Oppenheimer „historisch gesehen kontroverse politische oder soziale Ansichten vertrat", die dem Geschäft in der Vergangenheit geschadet haben.
Einige Marktbeobachter empfehlen Anlegern daher, das Debüt zunächst auszusitzen. Es wird erwartet, dass die Aktien am ersten Handelstag durch Anlegerenthusiasmus und Angebotsknappheit Auftrieb erhalten, in den folgenden Monaten jedoch auf Widerstand stoßen könnten, wenn neue Aktien auf den Markt kommen.
Oppenheimer selbst sieht die Risiken jedoch als verblassend gegenüber den langfristigen Chancen. Die Analysten zeichnen das Bild eines Unternehmens, das die Horizonte der Wirtschaft selbst erweitern könnte – von der Erschließung des Mondes über interplanetaren Transport bis hin zu Weltraumtourismus und Asteroiden-Bergbau. „Sollte SpaceX seine Mission erfüllen – und wir glauben, dass dies der Fall sein wird –, wird es die moderne East India Company des Weltraums sein, die Routen, Infrastruktur und Handel eines gesamten Grenzgebiets kontrolliert", so die Analysten.


