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Opendoor kauft und verkauft Häuser im höchsten Tempo seit 2022

Trotz eines schwachen US-Immobilienmarkts mit Rekord-De-Listings setzt Opendoor seinen Turnaround-Plan erfolgreich um.

Opendoor kauft und verkauft Häuser im höchsten Tempo seit 2022

Der US-Immobilienmarkt sendet alarmierende Signale: Im April 2026 nahmen Hausverkäufer 5,8 % der zum Verkauf stehenden Immobilien vom Markt – ein Anstieg von fast 4 % gegenüber der De-Listing-Rate vom Mai und der höchste Stand seit März 2020. In einigen Bundesstaaten erreichte die Rate sogar 10 %. Inmitten dieses schwierigen Umfelds sticht der Home-Flipper Opendoor (OPEN) mit überraschend starken Quartalsergebnissen hervor.

Häuser werden aus verschiedenen Gründen vom Markt genommen, doch ein zentraler Faktor ist derzeit das Ausbleiben attraktiver Kaufangebote. Die Rahmenbedingungen belasten den Markt erheblich: Hypothekenzinsen liegen höher als zuletzt, und es besteht die Sorge, dass sie in naher Zukunft weiter steigen könnten. Gleichzeitig schränkt die Inflation die Kaufkraft der Verbraucher ein, während die Immobilienpreise auf vergleichsweise hohem Niveau verharren. Da Verkäufer in der Regel davor zurückschrecken, ihre Preise zu senken, herrscht eine Pattsituation – der Markt ist bereits seit einiger Zeit schwach.

Opendoor überzeugt mit starken Q1-Zahlen

Vor diesem Hintergrund wirken die Ergebnisse von Opendoor für das erste Quartal 2026 besonders bemerkenswert. Das Ankaufsvolumen des Unternehmens stieg im Vergleich zum vierten Quartal 2025 um 45 %. CEO Kaz Nejatian erklärte, die „Kohorten aus Oktober, November, Dezember und Januar verkaufen sich schneller als jede vergleichbare Kohorte seit der Pandemie." Die Anzahl der Ankaufsverträge sei im Quartalsvergleich sogar um das Zweifache gestiegen.

Opendoor kauft also nicht nur viele Häuser – das Unternehmen verkauft sie auch in hohem Tempo wieder. Der Anteil der Häuser, die sich seit 120 Tagen oder länger im Besitz des Unternehmens befinden, sank von 33 % am Ende des dritten Quartals 2025 auf nur noch 10 %. Zum Vergleich: Ende des dritten Quartals 2025 lag dieser Wert noch bei besorgniserregenden 55 %. Opendoor geht davon aus, dass die entsprechende Rate für den breiteren Immobilienmarkt bei 33 % stagniert.

CEO Kaz Nejatian, der erst im vergangenen Jahr zum Unternehmen stieß, führt den Erfolg auf eine konsequente Neuausrichtung zurück. In der Vergangenheit versuchte Opendoor, die Richtung des Immobilienmarktes vorherzusagen – ein Ansatz, der das Unternehmen in schwierige Fahrwasser brachte. Heute liegt der Fokus auf Geschwindigkeit: Das Unternehmen kauft nur Häuser, die es schnell wieder veräußern kann. Dabei setzt Opendoor intensiv auf künstliche Intelligenz, um diesen Prozess zu optimieren.

Turnaround noch nicht abgeschlossen – Profitabilität bleibt Kernfrage

Opendoor hat Investoren konkrete Benchmarks zur Verfügung gestellt, um den Turnaround des Geschäfts zu verfolgen. Die Steigerung des Ankaufsvolumens und die Reduzierung der Langzeit-Bestände sind dabei Kernziele – und das Unternehmen setzt diese Ziele bislang gut um. Dennoch ist der Turnaround noch lange nicht abgeschlossen.

Das Unternehmen schreibt weiterhin rote Zahlen. Den wichtigsten Beweis bleibt Opendoor damit noch schuldig: dass ein groß angelegtes Home-Flipping-Geschäft dauerhaft profitabel sein kann. Für risikofreudigere Wachstumsinvestoren ist der Erfolg des Unternehmens angesichts des allgemeinen Gegenwinds am Immobilienmarkt dennoch beeindruckend.

Opendoor ist in Deutschland weniger bekannt als in den USA, wo das Unternehmen als sogenannter iBuyer Immobilien direkt von Verkäufern ankauft, renoviert und weiterverkauft. Das Geschäftsmodell gilt als kapitalintensiv und zinsempfindlich – umso bemerkenswerter ist die aktuelle operative Stärke in einem Marktumfeld, das viele traditionelle Marktteilnehmer lähmt.

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