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OpenAI und Anthropic senken Preise im KI-Preiskampf

Chinesische Konkurrenten wie DeepSeek und Moonshot gewinnen Kunden – US-Labore reagieren mit drastischen Preissenkungen von bis zu 80 Prozent.

15. August 2026 3 Min
OpenAI und Anthropic senken Preise im KI-Preiskampf

OpenAI und Anthropic geraten unter massiven Preisdruck. Führende US-amerikanische KI-Labore bringen günstigere Modelle auf den Markt, um kostenbewusste Kunden zu halten, die zunehmend zu preiswerteren chinesischen Alternativen abwandern. Der Preiskampf verschärft sich, da steigende KI-Kosten Unternehmen dazu veranlassen, ihre Nutzung einzuschränken und nach günstigeren Lösungen zu suchen.

Chinesische KI-Entwickler wie Moonshot und DeepSeek profitieren von dieser Entwicklung und gewinnen Nutzer vom Silicon Valley bis nach Europa. Unternehmen wie DoorDash und Airbnb haben bereits begonnen, in China entwickelte Modelle einzusetzen, um ihre Kosten zu begrenzen. Diese Verschiebung fällt mit einer Reihe von Veröffentlichungen chinesischer Labore zusammen, die den Leistungsabstand zu führenden US-Modellen deutlich verringert haben.

Drastische Preissenkungen bei OpenAI und Anthropic

OpenAI hat die Preise für GPT-5.6 Luna, sein „schnellstes und erschwinglichstes Modell", um 80 Prozent gesenkt. Konkret fiel der Preis von 1 Dollar auf 0,20 Dollar pro Million Input-Tokens und von 6 Dollar auf 1,20 Dollar pro Million Output-Tokens. Tokens sind die von Sprachmodellen verarbeiteten Dateneinheiten und bilden die Grundlage für die Abrechnung vieler Kunden.

Anthropic brachte unterdessen Claude Opus 5 auf den Markt und bewirbt die „Spitzenintelligenz" des Systems zum „halben Preis" seines leistungsfähigsten Modells Fable 5. Opus 5 kostet 5 Dollar pro Million Input-Tokens und 25 Dollar pro Million Output-Tokens. Zusätzlich sagte Anthropic in dieser Woche eine geplante Preiserhöhung für sein Sonnet-5-Modell ab, die ab September hätte gelten sollen.

Laut dem Token-Preisindex von Silicon Data haben diese Maßnahmen dazu beigetragen, dass die Preise, die Kunden für Modelle führender US-Labore zahlen, seit Mitte Juli um fast ein Viertel gesunken sind. Die Kürzungen markieren eine deutliche Kehrtwende für US-KI-Konzerne, die bisher vor allem über die Leistung ihrer proprietären „geschlossenen" Modelle konkurrierten.

Chinesische „offene" Modelle erhöhen den Druck

Zunehmend leistungsfähige „offene" chinesische Modelle – die von Entwicklern kostenlos heruntergeladen und angepasst werden können – haben den Preisdruck auf die US-Anbieter erheblich erhöht. Das Analyseunternehmen Artificial Analysis, das Modelle in Bereichen wie Mathematik, Wissenschaft, Programmierung und logischem Denken testet, stellte fest, dass Anthropics Opus 5 bei „mittlerem" Aufwand eine ähnliche Leistung und ähnliche Kosten pro Aufgabe erbrachte wie Moonshots Kimi K3 bei „maximalem" Aufwand.

OpenAIs GPT-5.6 Luna schnitt bei „maximalem" Aufwand ähnlich ab wie DeepSeeks V4 Flash bei „maximalem" Aufwand – kostete jedoch knapp doppelt so viel pro Aufgabe. Diese Vergleiche schüren in der US-Tech-Branche die Sorge, dass amerikanische Entwickler Kunden verlieren könnten, obwohl sie massiv investieren, um ihren technologischen Vorsprung zu halten.

Die Preissenkungen erfolgen zu einem heiklen Zeitpunkt: Sowohl OpenAI als auch Anthropic planen Börsengänge mit Bewertungen im Billionen-Dollar-Bereich, während Investoren nach Belegen suchen, dass die enormen Ausgaben der Branche für KI tatsächlich Renditen erwirtschaften können.

Nutzungsbasierte Abrechnung setzt Firmenkunden unter Druck

Ein weiterer Kostentreiber für Unternehmenskunden ist der Wechsel von Pauschalabonnements auf nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle. Anthropic und OpenAI stellen einige Firmenkunden auf dieses Modell um, bei dem Unternehmen entsprechend der verbrauchten Rechenressourcen zahlen. Einige Unternehmen haben darauf reagiert, indem sie Obergrenzen für die KI-Nutzung festlegten oder günstigere Alternativen testeten.

Ein direkter Preisvergleich zwischen den Modellen ist jedoch nicht ganz einfach. Leistungsfähigere Modelle können eine Aufgabe manchmal mit weniger Tokens oder weniger Versuchen abschließen, sodass ein auf den ersten Blick teureres Modell letztlich günstiger sein kann. Zudem können die meisten Modelle mit unterschiedlichen „Aufwand"-Einstellungen betrieben werden, die sowohl die Leistung als auch die Endkosten beeinflussen.

Mantas Lukauskas, KI-Technikleiter beim Webhosting-Anbieter Hostinger, der seit 2020 große Sprachmodelle nutzt, beobachtet, dass die Preise für die allerbesten Modelle „stabil bis steigend" seien. Er bezeichnete die jüngsten Preisänderungen als den „ersten echten Test" dafür, ob Konzerne wie Anthropic und OpenAI das Preisniveau ihrer fortschrittlichsten Angebote schützen können: „Die US-Labore haben im mittleren Segment gekürzt und verteidigen die Spitze."

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