OpenAI plant Mega-Rechenzentrum in Ohio mit Nvidia-Unterstützung
OpenAI verhandelt über einen 10-Gigawatt-Campus auf Bundesgelände – mit Nvidia als möglichem Finanzierungspartner.

OpenAI führt Gespräche über die Anmietung eines geplanten 10-Gigawatt-Rechenzentrumscampus auf Bundesgelände im Süden von Ohio. Wie das Nachrichtenportal „The Information" am Dienstag unter Berufung auf zwei Personen mit direkter Kenntnis der Verhandlungen berichtete, könnte der Deal eine finanzielle Unterstützung durch den Chiphersteller Nvidia beinhalten. Reuters konnte den Bericht nicht unmittelbar verifizieren; OpenAI und Nvidia reagierten außerhalb der regulären Geschäftszeiten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Der geplante Campus würde zu den größten Rechenzentren weltweit zählen. Die Baukosten werden auf Basis aktueller Preise für Chips, Arbeitskräfte, Energie und andere Inputfaktoren auf mindestens 500 Milliarden US-Dollar geschätzt – eine Summe, die die Dimensionen bisheriger KI-Infrastrukturprojekte deutlich übersteigt.
Leasingvertrag über 20 Jahre geplant
OpenAI würde die Hardware in der Anlage im Rahmen eines 20-jährigen Leasingvertrags kontrollieren. Die Zahlungen sollen mit Beginn des Betriebs einsetzen, wobei die erste Phase laut dem Bericht für das Jahr 2028 erwartet wird. Dieses Modell ermöglicht es OpenAI, massive Rechenkapazitäten zu nutzen, ohne die gesamte Infrastruktur selbst finanzieren zu müssen.
Entwickelt werden soll die Anlage von SB Energy, einer Tochtergesellschaft des japanischen Technologieinvestors SoftBank, auf Gelände des US-Energieministeriums im Süden von Ohio. Die Nutzung von Bundesgelände unterstreicht den strategischen Charakter des Projekts und die enge Verzahnung großer KI-Vorhaben mit staatlicher Infrastruktur in den USA.
Nvidia soll dabei eine Doppelrolle übernehmen: Der Konzern wird laut dem Bericht nicht nur die Hardware für die Anlage liefern, sondern auch eine Finanzgarantie für den Leasingvertrag von OpenAI sowie die Finanzierung von SB Energy übernehmen. Damit wäre Nvidia weit mehr als ein bloßer Zulieferer – der Chipriese würde zu einem zentralen Finanzierungspartner des gesamten Projekts.
Stargate UK auf Eis – Ohio als Alternative
Der Vorstoß in Ohio steht auch im Kontext gescheiterter Expansionspläne: Anfang dieses Jahres legte OpenAI sein geplantes „Stargate"-Rechenzentrumsprojekt im Vereinigten Königreich auf Eis. Als Gründe nannte das Unternehmen regulatorische Hürden sowie hohe Energiekosten. Das Ohio-Projekt könnte nun als Alternative zu europäischen Standorten an Bedeutung gewinnen.
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Zur AktienanalyseUnterdessen zeigt auch die Konkurrenz, wie kapitalintensiv der KI-Infrastrukturausbau geworden ist. Unabhängig von den OpenAI-Plänen finanzieren die Investmentgesellschaften Apollo und Blackstone eine Erweiterung der KI-Kapazitäten für das KI-Unternehmen Anthropic im Wert von 35 Milliarden US-Dollar – unter Verwendung von Broadcom-Chips, wie Reuters in dieser Woche berichtete.
Die Entwicklungen verdeutlichen, dass der globale Wettlauf um KI-Rechenkapazitäten in eine neue Dimension vorgestoßen ist. Für deutsche und europäische Anleger ist dabei bemerkenswert, wie stark US-amerikanische Technologiekonzerne, Finanzinvestoren und staatliche Stellen gemeinsam an der Schaffung gigantischer KI-Infrastrukturen arbeiten – während Europa bei vergleichbaren Projekten noch deutlich hinterherhinkt.


