Opel hat ein Kälteproblem: Mitarbeiter leiden
Herausforderungen und Bedeutungsverlust - das Unternehmen kämpft nicht nur mit niedrigen Temperaturen

Die Mitarbeiter von Opel sehen sich mit einem unerwarteten Problem konfrontiert, das die ohnehin schon angespannte Stimmung im Unternehmen weiter belastet. Im Stammwerk in Rüsselsheim klagen Betriebsräte darüber, dass die Temperaturen in den Arbeitsräumen seit Wochen deutlich unter den vorgeschriebenen Werten liegen. Dies hat dazu geführt, dass einige Mitarbeiter bereits erkrankt sind, weil es ihnen zu kalt ist. Die Werksleitung weist die Vorwürfe vehement zurück.
Laut einem Flugblatt des Opel-Betriebsrats, das dem Handelsblatt vorliegt, wurden in einigen Werkbereichen Temperaturen gemessen, die bis zu sieben Grad unter den gesetzlichen Mindestanforderungen lagen. Insbesondere im Gebäude K130, wo Hunderte Fachkräfte die Fahrzeuge endmontieren, wurden lediglich zwölf Grad Celsius gemessen. Die Arbeitsstättenverordnung schreibt jedoch mindestens 17 Grad für mittelschwere Arbeiten im Stehen und Gehen vor und 19 Grad für leichte Arbeiten.
Die Betriebsräte kritisieren, dass die Werksleitung aus Kostengründen nicht ausreichend heize, und vermuten einen Zusammenhang zwischen den niedrigen Temperaturen und dem gestiegenen Krankenstand. Einige Kostenstellen verzeichneten bereits einen Krankenstand von bis zu 15 Prozent der Beschäftigten, was die Gewerkschafter als Alarmsignal für die Gesundheit der Mitarbeiter interpretieren.
Opel reagiert auf die Vorwürfe und betont, dass die Mindesttemperaturen in den meisten Bereichen des Werks "deutlich übertroffen" würden. Ein Sprecher des Unternehmens erklärt, dass es in der Nähe von Rolltoren kurzfristig zu niedrigeren Temperaturen kommen könne, aber die Gesundheit der Mitarbeiter habe immer oberste Priorität.
Die Auseinandersetzung zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung spitzt sich weiter zu, da beide Seiten unterschiedliche Mindesttemperaturen und Messorte angeben. Trotz vereinzelter "Heizmaßnahmen" in den letzten Tagen liegen die Raumtemperaturen in den großen Werkshallen immer noch unter den gesetzlichen Anforderungen. Die Gewerkschaft droht nun damit, die zuständigen Stellen des Regierungspräsidiums und der Berufsgenossenschaft einzuschalten, während Opel betont, dass die Temperaturen in den meisten Bereichen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
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Zur AktienanalyseDie aktuellen Probleme mit den Raumtemperaturen werfen ein weiteres Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich Opel gegenübersieht. Das Unternehmen, das einst mehr als eine Million Fahrzeuge jährlich weltweit verkaufte und mit Volkswagen konkurrierte, hat in den letzten Jahren Marktanteile verloren und muss mit einem Bedeutungsverlust kämpfen. Die geplante Expansion in China wurde abgesagt, und auch in den USA konnte Opel keine Fuß fassen. In Deutschland wurden Tausende Arbeitsplätze abgebaut, und die Schließung weiterer Abteilungen steht bevor. Die Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss, und die Mitarbeiter müssen nicht nur mit der Kälte, sondern auch mit einer unsicheren beruflichen Perspektive umgehen.


