OPEC+ will Ölquoten bis September trotz Golf-Blockade erhöhen
Wichtige OPEC+-Mitglieder planen monatliche Quotenerhöhungen bis September, um die 2023 eingeführten Produktionskürzungen vollständig zurückzunehmen.

Wichtige Mitglieder der OPEC+-Allianz wollen die monatlichen Erhöhungen der Ölförderquoten bis September fortsetzen. Ziel ist es, die im Jahr 2023 vorgenommenen Produktionskürzungen vollständig rückgängig zu machen, wie Delegierte am Donnerstag gegenüber Bloomberg erklärten. Die Pläne sehen vor, den verbleibenden Teil der Kürzungen in drei weiteren monatlichen Etappen wieder aufzunehmen.
Die Umsetzung dieser Erhöhungen gestaltet sich jedoch schwierig: Seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen der US-israelischen Allianz und dem Iran am 28. Februar blockiert der Krieg die Ölexporte aus dem Persischen Golf. Große Produzenten sind dadurch weiterhin nicht in der Lage, tatsächliche Angebotssteigerungen zu liefern.
Versorgungslücke belastet globale Märkte
Die Folgen des Konflikts sind auf den Weltmärkten deutlich spürbar. Eine durch den Krieg verursachte Versorgungslücke von mehr als einer Milliarde Barrel hat die weltweiten Lagerbestände stark erschöpft und die Kraftstoffpreise in die Höhe getrieben. Dies schürt wiederum Rezessionssorgen in zahlreichen Volkswirtschaften.
Die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Allianz hat während des Krieges zwar moderate Angebotssteigerungen vorgenommen, doch reichen diese bei Weitem nicht aus, um die entstandene Lücke zu schließen. Die Gruppe hat formell vereinbart, etwa zwei Drittel der im Jahr 2023 eingeführten Kürzung von 1,65 Millionen Barrel pro Tag wiederherzustellen.
Acht Schlüsselmitglieder der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner hatten begonnen, die Rohölproduktion wieder hochzufahren, die zuvor zur Bewältigung eines Marktüberangebots gedrosselt worden war – bevor der Konflikt am 28. Februar ausbrach.
VAE verlassen OPEC nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft
Ein weiteres bedeutendes Ereignis erschüttert die Allianz: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind in diesem Monat nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft aus der OPEC ausgetreten. Hintergrund sind Unstimmigkeiten mit Saudi-Arabien über Produktionsbegrenzungen. Durch den Austritt verringerte sich die Zahl der OPEC-Mitglieder um eins.
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Zur AktienanalyseDer Rückzug der VAE hat auch direkte Auswirkungen auf die Fördermenge: Die ursprüngliche Kürzung von 1,65 Millionen Barrel pro Tag reduziert sich durch den Austritt um etwa 144.000 Barrel pro Tag.
Die verbleibenden sieben Mitglieder genehmigten während ihrer Videokonferenz am 3. Mai eine Produktionserhöhung um 188.000 Barrel pro Tag für den Monat Juni. Das nächste Treffen zur Überprüfung der Produktionspolitik für Juli ist für den 7. Juni geplant.
Die Situation verdeutlicht das Dilemma, in dem sich die OPEC+ derzeit befindet: Einerseits will die Allianz die pandemiebedingten Kürzungen planmäßig zurückfahren und damit ihre Marktanteile sichern. Andererseits verhindert der anhaltende Konflikt im Persischen Golf die tatsächliche Lieferung der angekündigten Mehrmengen – mit spürbaren Folgen für Verbraucher und Wirtschaft weltweit.


