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OPEC+ überrascht mit kräftiger Förderausweitung

Ölpreise unter Druck – Unsicherheit wegen Trumps geplanter Zölle wächst

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OPEC+ überrascht mit kräftiger Förderausweitung

Ein unerwartet starker Anstieg der Ölproduktion durch die OPEC+-Staaten hat zu einem deutlichen Preisrückgang an den internationalen Märkten geführt. Die Förderländer einigten sich auf eine Erhöhung der täglichen Produktion im August um 548.000 Barrel – deutlich mehr als die bislang monatlich umgesetzten Steigerungen von jeweils 411.000 Barrel pro Tag. Die Entscheidung sorgte für Druck auf die Ölpreise, die zum Wochenbeginn spürbar nachgaben.

Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel um 47 Cent auf 67,83 US-Dollar pro Barrel, ein Rückgang von 0,69 Prozent. Die US-Sorte West Texas Intermediate verbilligte sich sogar um 95 Cent auf 66,05 Dollar – ein Minus von 1,42 Prozent. Analysten sehen in der Produktionsausweitung einen Versuch der OPEC+, Marktanteile zurückzugewinnen, auch auf Kosten sinkender Erlöse. Fast 80 Prozent der ursprünglich freiwillig gekürzten 2,2 Millionen Barrel pro Tag sollen mit der neuen Vereinbarung wieder in den Markt zurückkehren. Der Großteil dieser zusätzlichen Mengen stammt bislang aus Saudi-Arabien.

Saudi-Arabien deutete parallel Vertrauen in die Nachfrage an: Der staatliche Ölkonzern erhöhte den Preis für die Sorte Arab Light im August auf den höchsten Stand seit vier Monaten für Abnehmer in Asien. Unabhängig davon rechnet die Investmentbank Goldman Sachs mit einer weiteren Förderanhebung um 550.000 Barrel pro Tag im September, die beim nächsten OPEC+-Treffen am 3. August beschlossen werden könnte.

Auch politische Entwicklungen in den USA beeinflussten die Stimmung am Ölmarkt. Präsident Donald Trump kündigte an, dass neue, höhere Zölle auf Importe ab dem 1. August gelten sollen. Die genaue Ausgestaltung ist derzeit jedoch noch unklar. Zwar sollen die betroffenen Länder bis zum 9. Juli über die neuen Sätze informiert werden, doch bleiben die konkreten Tarife weiterhin offen. Die ursprünglich geplante Frist zur Umsetzung läuft in dieser Woche ab. Trump sprach zuletzt von einem möglichen Spektrum zwischen 10 und bis zu 70 Prozent.

Die Aussicht auf eine schwächere globale Konjunktur durch höhere Handelsbarrieren belastet die Erwartungen an die Ölnachfrage. Zugleich wird der derzeit schwache US-Dollar als einer der wenigen stabilisierenden Faktoren genannt. Marktbeobachter betonen, dass Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik das bestimmende Thema für die zweite Jahreshälfte bleiben dürften.

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