OPEC-Rohölförderung fällt auf niedrigsten Stand seit 37 Jahren
Iran-Sanktionen und Störungen im Persischen Golf drücken die OPEC-Produktion im Mai auf ein historisches Tief.

Die OPEC-Rohölförderung ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit mindestens 37 Jahren gefallen. Das geht aus einer Bloomberg-Umfrage hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Haupttreiber des Rückgangs sind eine US-Blockade gegen den Iran sowie anhaltende Störungen im Persischen Golf.
Die Fördermenge der derzeit elf Mitgliedsstaaten der Organisation sank im vergangenen Monat um 1,22 Millionen Barrel pro Tag. Damit liegt die Gesamtproduktion nur noch bei 16,33 Millionen Barrel pro Tag. Mehr als die Hälfte dieses Rückgangs entfiel dabei allein auf den Iran.
Historischer Tiefstand mit weitreichenden Folgen
Der Rückgang auf 16,33 Millionen Barrel täglich markiert den niedrigsten OPEC-Produktionswert seit mindestens drei Jahrzehnten. Für Energiemärkte und Rohstoffinvestoren weltweit ist das ein bedeutsames Signal, da die OPEC traditionell als einer der wichtigsten Preisanker am globalen Ölmarkt gilt.
Die US-Sanktionen gegen den Iran spielen dabei eine zentrale Rolle. Washington hat mit seiner Blockadepolitik die iranischen Ölexporte erheblich eingeschränkt, was sich direkt in den OPEC-Gesamtzahlen niederschlägt. Hinzu kommen Produktionsstörungen im Persischen Golf, die die Lage weiter verschärfen.
VAE verlassen die OPEC nach sechs Jahrzehnten
Bemerkenswert ist zudem, dass die Daten der Bloomberg-Umfrage die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ausklammern. Das Golfemirat hat die Organisation erdölexportierender Länder im vergangenen Monat nach rund sechs Jahrzehnten Mitgliedschaft verlassen. Dieser Austritt verändert die Zusammensetzung und das Gewicht der OPEC grundlegend.
Der Weggang der VAE, eines der bedeutendsten Ölförderländer der Region, ist ein weiteres Zeichen für die strukturellen Spannungen innerhalb des Kartells. Die Organisation zählt nun noch elf Mitglieder, was ihre kollektive Förderkapazität und ihren Einfluss auf den Weltmarkt weiter schwächt.
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Zur AktienanalyseBedeutung für Energiemärkte und Anleger
Für deutsche Privatanleger, die in Energieaktien, Rohstoff-ETFs oder Öl-Zertifikate investiert sind, sind diese Entwicklungen von direkter Relevanz. Ein anhaltend niedriges OPEC-Angebot kann mittel- bis langfristig stützend auf den Ölpreis wirken, sofern die globale Nachfrage stabil bleibt.
Die Kombination aus geopolitischen Spannungen rund um den Iran, Instabilität im Persischen Golf und dem strukturellen Wandel innerhalb der OPEC sorgt für ein zunehmend unberechenbares Umfeld am Rohölmarkt. Investoren sollten diese Entwicklungen genau im Blick behalten.


