OPEC+ plant deutliche Ausweitung der Ölproduktion
Goldman Sachs erwartet Normalisierung von Fördermengen und steigende globale Nachfrage bis 2026

Die Investmentbank Goldman Sachs rechnet damit, dass acht Mitgliedsstaaten des Ölverbunds OPEC+ ihre Förderquoten im September um 550.000 Barrel pro Tag erhöhen werden. Damit würde der Abbau der freiwilligen Produktionskürzungen in Höhe von insgesamt 2,2 Millionen Barrel pro Tag abgeschlossen, den die beteiligten Länder mit Blick auf eine stabile globale Nachfrage nach Rohöl schrittweise vollziehen. Die Prognose folgt auf eine zuvor vereinbarte Produktionsausweitung um 548.000 Barrel pro Tag im August, die beim jüngsten OPEC+-Treffen beschlossen wurde.
Die Entscheidung zur weiteren Erhöhung der Fördermengen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Ölpreise nach geopolitischen Spannungen – unter anderem durch Angriffe Israels und der USA auf Iran – zunächst deutlich verteuert hatten, dann jedoch wieder sanken. Goldman Sachs sieht in der beschleunigten Ausweitung der Fördermengen ein Zeichen für eine strategische Neuausrichtung der OPEC+-Gruppe. Die Allianz strebe demnach eine Normalisierung ihrer Reservekapazitäten sowie eine stabilere Marktstellung an, während gleichzeitig eine disziplinierende Wirkung auf die US-Schieferölförderung erzielt werden solle.
Laut Einschätzung der Bank wird die tägliche Rohölproduktion der acht beteiligten OPEC+-Länder zwischen März und September um insgesamt 1,67 Millionen Barrel steigen. Der Gesamtoutput dieser Staaten – darunter Saudi-Arabien, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Oman, Irak, Kasachstan und Algerien – würde damit auf 33,2 Millionen Barrel pro Tag anwachsen. Mehr als 60 Prozent dieses Zuwachses werde auf Saudi-Arabien entfallen, das eine führende Rolle innerhalb der Gruppe einnimmt.
Trotz dieser Produktionsausweitungen hält Goldman Sachs an seiner Preisprognose für Brent-Öl fest: Für das vierte Quartal 2025 erwartet die Bank einen durchschnittlichen Preis von 59 US-Dollar pro Barrel, für das Jahr 2026 einen Wert von 56 US-Dollar. Dabei verweist sie auf gegenläufige Faktoren wie etwa niedrigere Fördermengen als erwartet – insbesondere in Russland – sowie die abnehmende Reservekapazität, die die langfristigen Preise stützen könnten.
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Zur AktienanalyseZusätzlich sieht Goldman Sachs Aufwärtspotenzial bei der globalen Ölnachfrage. Für das Jahr 2025 prognostiziert die Bank einen Anstieg des Verbrauchs um 600.000 Barrel pro Tag, im Jahr 2026 sogar um 1 Million Barrel pro Tag. Die Gründe sieht das Institut unter anderem in einer robusten Nachfrage aus China, einer weiterhin stabilen Weltwirtschaft sowie einer möglichen weiteren Abwertung des US-Dollars. Hingegen schätzt die Bank die Risiken für ihre Preisprognose im Jahr 2026 als eher negativ ein – unter anderem wegen einer möglichen Rücknahme weiterer Förderkürzungen sowie einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Rezession in den USA, die von den Ökonomen der Bank mit 30 Prozent beziffert wird.


