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OPEC-Ölförderung sinkt auf niedrigsten Stand seit 20 Jahren

US-Blockade gegen Iran und Sperrung der Straße von Hormus drücken die OPEC-Produktion im Mai auf ein historisches Tief.

OPEC-Ölförderung sinkt auf niedrigsten Stand seit 20 Jahren

Die Ölförderung der OPEC ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gefallen. Das geht aus einer Reuters-Umfrage hervor. Gleich zwei Faktoren belasteten die Produktion massiv: eine US-Seeblockade gegen den Iran sowie die faktische Sperrung der Straße von Hormus durch Teheran, die auch Lieferungen anderer Golfproduzenten einschränkte.

Die elf Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder förderten im Mai zusammen 16,13 Millionen Barrel pro Tag (bpd) – ein Rückgang von 1,06 Millionen Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonat. Damit fiel der Monatswert sogar unter das Niveau der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020, als die globale Nachfrage nach Öl dramatisch eingebrochen war. Die Zahlen schließen die Vereinigten Arabischen Emirate nicht ein, die die OPEC zum 1. Mai verlassen haben.

Iran verzeichnet stärksten Rückgang

Den größten Produktionsrückgang verzeichnete laut Reuters der Iran. Die am 13. April begonnene US-Seeblockade zeigte deutliche Wirkung: Die iranischen Exporte von Rohöl und Kondensat fielen auf den niedrigsten Stand seit mindestens sechs Jahren. Auch Saudi-Arabien meldete einen weiteren Rückgang seiner Fördermengen.

Nicht alle OPEC-Mitglieder verzeichneten jedoch Einbußen. Der Irak weitete sein Angebot aufgrund eines höheren Inlandsverbrauchs aus. Auch Venezuela und Nigeria steigerten ihre Produktion im Berichtszeitraum. Diese Zuwächse konnten die massiven Ausfälle durch den Iran und die Golfblockade jedoch nicht ausgleichen.

Geplante Produktionserhöhung bleibt aus

Besonders brisant: Acht Mitglieder der erweiterten OPEC+-Gruppe – zu der neben den OPEC-Staaten auch Verbündete wie Russland gehören – hatten eigentlich vereinbart, die Produktion im Mai zu erhöhen. Der Iran-Krieg und die US-Blockade verhinderten jedoch die Umsetzung dieser Vereinbarung vollständig.

Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie werden schätzungsweise 20 Prozent des global gehandelten Öls transportiert. Eine Blockade oder Einschränkung des Verkehrs durch diese Meerenge hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Versorgungssicherheit – auch für europäische Importeure und damit für deutsche Verbraucher und Unternehmen.

Der Rückgang der OPEC-Förderung auf ein 20-Jahres-Tief verdeutlicht, wie stark geopolitische Konflikte die Energieversorgung beeinflussen können. Für Anleger und Marktteilnehmer bleibt die Lage rund um den Iran und die Straße von Hormus ein zentraler Faktor bei der Einschätzung der künftigen Ölpreisentwicklung.

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