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Opec+ erhöht Förderung trotz sinkender Preise

Strategische Marktanteile und weltweite Lagerbestände bestimmen den Kurs

Opec+ erhöht Förderung trotz sinkender Preise

Das Ölkartell Opec+ setzt seinen Kurs einer schrittweisen Ausweitung der Fördermengen fort und kündigt für November eine weitere Erhöhung an. Täglich sollen zusätzlich 137.000 Barrel Rohöl auf den Markt gelangen. Das entspricht rund 21,8 Millionen Litern pro Tag. Die Entscheidung fiel bei einer Online-Sitzung der acht beteiligten Staaten unter der Führung von Saudi-Arabien und Russland. Damit hält der Verbund an seiner Strategie fest, die in den vergangenen Monaten beschlossenen Förderkürzungen nach und nach zurückzunehmen.

Die Gruppe verweist zur Begründung auf stabile weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen und niedrige Lagerbestände, die eine Ausweitung der Produktion rechtfertigten. Neben Saudi-Arabien und Russland gehören auch Algerien, der Irak, Kasachstan, Kuwait, der Oman sowie die Vereinigten Arabischen Emirate dem Bündnis an. Die Mitglieder betonen zugleich, dass sie ihre Förderpolitik regelmäßig überprüfen und bei Bedarf an die Marktbedingungen anpassen wollen.

Der Ölpreis hat sich in den vergangenen Wochen rückläufig entwickelt. Im September notierte die Nordseesorte Brent bei rund 65 US-Dollar pro Barrel. Das bedeutete einen leichten Rückgang gegenüber dem August und einen deutlichen Preisverfall im Vergleich zum Vorjahr. Im September 2024 hatte der Preis noch deutlich höher gelegen. Der jüngste Preisrückgang steht in engem Zusammenhang mit der steigenden Fördermenge, die zu einem wachsenden Angebot auf dem Weltmarkt geführt hat.

Analysten sehen hinter der Entscheidung vor allem strategische Überlegungen. Insbesondere Saudi-Arabien zielt demnach weniger auf einen hohen oder stabilen Preis, sondern auf eine Rückgewinnung von Marktanteilen. Durch die schrittweise Erhöhung der Produktion sollen andere Anbieter unter Druck gesetzt werden, die von den vorangegangenen Förderkürzungen profitiert hatten. Die Ausweitung der Förderung ist daher nicht nur eine Reaktion auf die wirtschaftliche Lage, sondern Teil eines gezielten Konkurrenzkampfes innerhalb des globalen Ölmarktes.

Für die kommenden Monate hat Opec+ weitere Entscheidungen angekündigt. Am 2. November wollen die Mitgliedsstaaten erneut über ihre Förderstrategie beraten. Dann wird der Rahmen für die Produktion im Dezember festgelegt. Beobachter erwarten, dass der Kurs einer vorsichtigen, aber kontinuierlichen Ausweitung der Förderung beibehalten wird. Die Staaten verfolgen damit das Ziel, ihre Position im internationalen Wettbewerb zu festigen, während die Preise weiter unter Druck stehen.

OPEC+ÖlÖlförderung

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