Online-Apotheke Doc Morris wächst langsamer als Konkurrenz
E-Rezept bringt weniger Umsatzschub – Aktie fällt nach Bekanntgabe der Zahlen

Die Online-Apotheke Doc Morris hat im vergangenen Jahr ein langsameres Wachstum verzeichnet als der Wettbewerber Shop Apotheke von Redcare Pharmacy. Der Umsatz des Unternehmens mit Hauptsitz in der Schweiz stieg wechselkursbereinigt um 6,7 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Schweizer Franken, was rund 1,15 Milliarden Euro entspricht. Trotz der Einführung des E-Rezepts konnte Doc Morris nicht in demselben Maße profitieren wie der Konkurrent.
Ein wesentlicher Teil des Umsatzes von Doc Morris wird in Deutschland generiert. Während das Unternehmen den Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten 2024 um 0,1 Prozent auf 179,2 Millionen Schweizer Franken steigern konnte, fiel das Wachstum im Vergleich zu Redcare Pharmacy deutlich geringer aus. Letzterer erzielte mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln in Deutschland einen Anstieg um fast 69 Prozent auf 254 Millionen Euro. Der Zuwachs beschleunigte sich nach Einführung des digitalen Cardlink-Verfahrens im Frühjahr erheblich.
An der Schweizer Börse verzeichnete die Aktie von Doc Morris nach Bekanntgabe der Zahlen einen Rückgang von über zwei Prozent. Das Unternehmen erreichte zwar sein Umsatzziel, hatte dieses jedoch bereits im Sommer nach unten korrigiert. Auch im vierten Quartal 2024 fiel das Wachstum im Vergleich zum Wettbewerber moderat aus. Während die Tochtergesellschaft von Redcare Pharmacy, Shop Apotheke, in diesem Segment um 142 Prozent wuchs, erzielte Doc Morris lediglich einen Zuwachs von 16,6 Prozent.
Doc Morris führte den geringeren Anstieg des Umsatzes mit verschreibungspflichtigen Medikamenten unter anderem darauf zurück, dass im Vorjahr noch erhebliche Erlöse mit Papierrezepten von gesetzlich Versicherten erzielt wurden. Mit der Einführung des E-Rezepts gingen diese Umsätze zunächst zurück, im ersten Quartal 2024 sanken sie um 17,5 Prozent. Erst nach der Einführung des digitalen Cardlink-Verfahrens konnte Doc Morris aufholen. Dieses Verfahren ermöglicht es Nutzern, E-Rezepte über die elektronische Gesundheitskarte und eine App jederzeit einzulösen.
Der Markt für Online-Apotheken wächst mit der Digitalisierung des Rezeptwesens weiter. In Deutschland entfällt bisher nur ein geringer Anteil des Umsatzes mit verschreibungspflichtigen Medikamenten auf den Online-Handel, der Großteil wird über die stationären Apotheken abgewickelt. Experten prognostizieren jedoch, dass sich der Anteil des Online-Umsatzes in den nächsten fünf Jahren auf bis zu zehn Prozent erhöhen könnte.
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Zur AktienanalyseDoc Morris wurde im Jahr 2000 in den Niederlanden gegründet und war einer der Pioniere im Versandhandel für Medikamente nach Deutschland. Nach verschiedenen Eigentümerwechseln gehört das Unternehmen heute zur Zur Rose AG, die sich 2023 in Doc Morris umbenannte. Aufgrund hoher Verschuldung verfolgt das Unternehmen seit 2022 das Ziel, wirtschaftlich profitabel zu werden. Die endgültigen Ertragszahlen werden mit dem Geschäftsbericht im März veröffentlicht.


