OMV kämpft mit Petrochemie-Verlusten im Q3
Drastischer Margenrückgang und möglicher Quartalsverlust setzen OMVs Chemiegeschäft unter Druck

Die OMV, ein führender österreichischer Öl- und Gaskonzern, kämpft mit rückläufigen Petrochemie-Margen und droht im dritten Quartal Verluste zu verzeichnen. Laut dem kürzlich veröffentlichten Trading Update des Unternehmens sind die Petrochemie-Margen im dritten Quartal weiter gesunken, was auf eine schwächere Nachfrage und importierte günstige Produkte aus den USA und dem Fernen Osten zurückzuführen ist. Besonders betroffen sind Produkte wie Ethylen, Propylen, Polyethylen und Polypropylen. Analysten gehen davon aus, dass das Chemiegeschäft, das sich im zweiten Quartal noch knapp in den schwarzen Zahlen gehalten hatte, im dritten Quartal Verluste verzeichnen wird.
Die Petrochemie-Tochter der OMV, Borealis, hatte bereits im zweiten Quartal Verluste gemeldet, und der operative Gewinn des Geschäftsbereichs Chemicals & Materials brach von April bis Juni drastisch ein. Die OMV verhandelt derzeit mit dem staatlichen Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi über eine mögliche Zusammenlegung ihrer Petrochemie-Sparten Borealis und Borouge.
Die rückläufigen Petrochemie-Margen werden auf zwei Hauptgründe zurückgeführt: Erstens importiert Europa billige Produkte aus den USA und dem Fernen Osten, die auf Ethangasderivaten basieren, während Europa Naphtha aus Rohöl verwendet. Zweitens drückt die schwache industrielle Nachfrage in Europa die gesamte Nachfrage nach Petrochemie-Produkten nach unten.
Die OMV wurde auch durch eine niedrigere Auslastung der Steamcracker gebremst, petrochemische Anlagen, die wichtige Ausgangsstoffe wie Ethylen für die Kunststoffherstellung gewinnen. Die niedrigere Auslastung der Steamcracker betrug im dritten Quartal 70 Prozent gegenüber 83 Prozent im Vorquartal.
Das Trading Update zeigt jedoch auch einige positive Entwicklungen. Die europäische Raffinerie-Marge der OMV erholte sich auf 14,05 Dollar je Barrel, nachdem sie im Vorquartal auf 7,59 Dollar gefallen war. Der durchschnittliche Brent-Preis stieg leicht auf 86,75 Dollar je Fass, lag jedoch immer noch unter dem Vorjahreswert von 100,84 Dollar. Der Erdgaspreis sank auf 33,15 Euro je Megawattstunde, verglichen mit 35,79 Euro im Vorquartal.
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Zur AktienanalyseDie OMV wird ihre Ergebnisse für das dritte Quartal am 31. Oktober veröffentlichen. Die Petrochemie-Sparte steht vor Herausforderungen, aber das Unternehmen hofft, diese durch eine effiziente Geschäftsstrategie und mögliche Umstrukturierungen bewältigen zu können.


