Ölsorgen und gespaltener Tech-Sektor belasten die Märkte
Spannungen im Nahen Osten treiben Ölpreise, während Micron glänzt und Apple über 6% einbricht.

Die globalen Finanzmärkte stehen unter dem Einfluss zweier dominierender Themen: wachsende geopolitische Spannungen rund um die Straße von Hormus und ein zunehmend gespaltener Technologiesektor. Während Speicherhersteller wie Micron von der KI-Nachfrage profitieren, drücken Preiserhöhungen bei Apple die Stimmung im Sektor spürbar nach unten.
Ein US-Beamter erklärte gegenüber NBC NOW, der Iran stecke hinter einem Angriff auf ein Frachtschiff vor der Küste von Oman. Das betroffene Schiff fuhr laut Wall Street Journal unter der Flagge Singapurs – einem der wichtigsten Handelspartner in der Region. Die Straße von Hormus gilt als einer der bedeutendsten Seewege der Welt für den Öltransport und ist damit von zentraler Bedeutung für die globale Energieversorgung.
Parallel dazu schwelen Spannungen zwischen Washington und Teheran über die Verwendung freigegebener iranischer Vermögenswerte. Der Sprecher des iranischen Parlaments wies Behauptungen der Trump-Administration zurück, wonach die Mittel für den Kauf von US-Agrarprodukten genutzt würden. Ein US-Beamter bekräftigte jedoch: „Wie im MOU festgelegt, müssen die Vereinigten Staaten genehmigen, wie die Mittel verwendet werden. Wie Vizepräsident JD Vance diese Woche ankündigte, werden iranische Vermögenswerte im Falle ihrer Freigabe für den Kauf amerikanischer Agrarprodukte verwendet, um die iranische Bevölkerung zu ernähren."
OPEC unter Druck: Irak droht mit Austritt
Die Energielandschaft der Region sieht sich einer weiteren Unsicherheitsquelle gegenüber. Nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC im April strebt der Irak, der zweitgrößte Ölexporteur des Kartells, Berichten zufolge eine höhere Förderquote an. Bagdad soll die Gruppe gewarnt haben, das Bündnis zu verlassen, falls die Forderungen nicht erfüllt werden.
Das irakische Ölministerium erklärte später, diese Berichte spiegelten „nicht die offizielle Position der irakischen Regierung wider". Dennoch betonte es die Bedeutung einer Überprüfung der Ölförderquoten – ein Signal, das die wachsenden Spannungen innerhalb des Kartells unterstreicht. Für Anleger bedeutet dies: Die Stabilität der OPEC-Allianz steht erneut auf dem Prüfstand.
Tech-Sektor: Micron oben, Apple und SoftBank unter Druck
Im Technologiesektor zeigt sich ein deutlich gespaltenes Bild. Der US-Speicherhersteller Micron legte um beeindruckende 15% zu, nachdem das Unternehmen starke Geschäftszahlen vorgelegt hatte – angetrieben von der wachsenden Nachfrage nach Speicherkapazitäten im Zuge des KI-Booms. Auch SK Hynix stieg zunächst um mehr als 10%, gab die Gewinne im Freitagshandel jedoch wieder ab und fiel um mehr als 3%.
Apple hingegen verzeichnete den stärksten Tagesverlust seit April 2025: Die Aktie brach über Nacht um mehr als 6% ein, nachdem der Konzern Preiserhöhungen für MacBooks und iPads angekündigt hatte. Auch die SoftBank Group verlor massiv und brach um 11% ein, da Anleger angesichts steigender Kosten für KI-Infrastruktur vorsichtiger wurden. Asiatische Chip-Aktien drehten am Freitag insgesamt ins Minus.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFed-Vertreter uneins über Inflationsausblick
Auf geldpolitischer Seite sendeten zwei hochrangige Fed-Vertreter unterschiedliche Signale. Austan Goolsbee, Präsident der Federal Reserve von Chicago, erklärte am Donnerstag, die Inflation bewege sich trotz einiger positiver Zeichen noch immer in die falsche Richtung. Er lehnte Spekulationen über die künftige Zinsentwicklung ab, betonte jedoch seine volle Konzentration auf das Inflationsziel.
John Williams, Präsident der New Yorker Fed, zeigte sich etwas optimistischer und erklärte, er erwarte, dass die Inflationsdaten einen Abwärtstrend einschlagen werden. Damit spiegeln beide Aussagen die Einschätzungen wider, die der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh bereits eine Woche zuvor geäußert hatte. Für deutsche Anleger mit US-Engagements bleibt die Zinspolitik der Federal Reserve ein entscheidender Faktor für die Bewertung von Aktien und Anleihen.


