ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Ölschock bleibt Risiko trotz neuem S&P-500-Rekordhoch

Während der S&P 500 erstmals über 7.000 Punkte schließt, warnen Analysten vor einem anhaltenden Ölschock mit gravierenden Folgen.

Ölschock bleibt Risiko trotz neuem S&P-500-Rekordhoch

Der S&P 500 hat am Mittwoch erstmals in seiner Geschichte oberhalb der Marke von 7.000 Punkten geschlossen. Die Anleger schienen den Iran-Krieg weitgehend hinter sich gelassen zu haben – doch nicht alle Marktteilnehmer teilen diesen Optimismus. Einige Stimmen an der Wall Street warnen eindringlich, dass der Ölschock weiterhin eine ernsthafte Bedrohung für die Märkte darstellt.

„Was den Aktienmarkt betrifft, ist der Krieg bis auf Weiteres vorbei", kommentierte Ed Yardeni, Präsident von Yardeni Research, die jüngste Markterholung. Doch der Krieg ist offiziell noch nicht beendet, und die Lage an einem der wichtigsten Energiekorridore der Welt bleibt angespannt. Der Fluss von Energie und anderen Rohstoffen durch die Straße von Hormus ist weiterhin massiv eingeschränkt.

Craig Johnson, Chef-Markttechniker bei Piper Sandler, zeigte sich skeptisch gegenüber der Kursrally. „Der zehntägige Anstieg des Aktienmarktes scheint eher auf Hoffnung als auf Fakten zu beruhen", schrieb er und bezeichnete die Bewegung als einen Fall von „Aufwärtsfallen" – also einer trügerischen Aufwärtsbewegung, die Anleger in eine falsche Sicherheit wiegt.

Straße von Hormus: Ein kritischer Engpass

Analysten von Goldman Sachs liefern alarmierende Zahlen zur Lage an der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölangebots transportiert wird. Aktuelle Schätzungen zeigen, dass die Durchflussmengen um 90 Prozent unter dem normalen Niveau liegen. Ein derart drastischer Rückgang hat weitreichende Konsequenzen für die globale Energieversorgung.

Goldman Sachs warnte zudem, dass die US-Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, weitere Abwärtsrisiken für die verbleibenden Hormus-Ströme birgt. Iranische Tanker hätten zuletzt den Großteil der verbliebenen Lieferungen ausgemacht. Rohöl der Sorte WTI notiert zwar unter seinen jüngsten Höchstständen, liegt aber weiterhin deutlich über dem Vorkriegsniveau – zuletzt bei rund 90 US-Dollar pro Barrel.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihren Ausblick für die globale Ölnachfrage bereits nach unten korrigiert. Aufgrund des geringeren Angebots und der höheren Preise erwartet die IEA, dass die Ölnachfrage um 80.000 Barrel pro Tag schrumpfen wird – der stärkste Rückgang seit der COVID-19-Pandemie. Die IEA hatte zuvor erklärt, dass die durch den Iran-Krieg verursachten Ölunterbrechungen schlimmer seien als drei der größten Energieschocks der Geschichte zusammen.

Inflation und Zinsen: Das eigentliche Marktrisiko

IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol warnte in dieser Woche, dass die Ölpreise „nicht die Schwere des Problems widerspiegeln". Als er diese Aussage machte, notierte WTI-Rohöl bei rund 100 US-Dollar pro Barrel – seither ist der Preis auf etwa 90 US-Dollar gefallen. Birol sieht die Preise damit von der Realität des Schocks entkoppelt.

Die eigentliche Gefahr für die Finanzmärkte liegt in den Inflationsfolgen eines anhaltenden Ölschocks. Ein bärisches Szenario wäre eines, in dem die Inflation so hoch bleibt, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen nicht senken kann – oder im schlimmsten Fall sogar gezwungen wäre, die Zinsen weiter anzuheben. Steigende Zinsen würden Aktien unter erheblichen Druck setzen und die aktuelle Rekordrally abrupt beenden.

Für deutsche Anleger ist die Situation besonders relevant: Als stark exportorientierte Volkswirtschaft ist Deutschland besonders anfällig für Energiepreisschocks. Hohe Ölpreise belasten Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen und könnten die ohnehin fragile Konjunkturerholung in der Eurozone gefährden. Die Entwicklungen an der Straße von Hormus und die Reaktion der Notenbanken bleiben daher entscheidende Faktoren für die weitere Marktentwicklung.

S&P 500 RekordhochÖlschockStraße Von HormusGoldman Sachs ÖlpreisIea ÖlnachfrageInflation Federal ReservePiper Sandler Analyse

Disclaimer