ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Ölpreisschock: Globale Aktien und Anleihen unter Druck

Drohnenangriffe im Nahen Osten und die gesperrte Straße von Hormus treiben Ölpreise auf über 111 Dollar und erschüttern Finanzmärkte weltweit.

Ölpreisschock: Globale Aktien und Anleihen unter Druck

Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten versetzt die globalen Finanzmärkte in Aufruhr. Ein Drohnenangriff verursachte ein Feuer in einem Kernkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten, während Saudi-Arabien das Abfangen von drei Drohnen meldete. Gleichzeitig warnte US-Präsident Donald Trump, dass der Iran „schnell" handeln müsse, um ein Abkommen zu erreichen.

Die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – bleibt für nahezu den gesamten Schiffsverkehr gesperrt. In normalen Zeiten werden über diese Meerenge rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Teheran versucht unterdessen, seine Kontrolle über die Wasserstraße formal zu festigen.

Analysten warnen vor Brent bei 130 bis 140 Dollar

Die Folgen für den Ölmarkt sind gravierend. „Die Schließung zehrt die weltweiten Ölvorräte schnell auf", warnten Analysten von Capital Economics. „Die Lagerbestände könnten bis Ende Juni ein kritisches Niveau erreichen und den Weg für Brent bei 130 bis 140 US-Dollar pro Barrel ebnen, wenn nicht sogar höher."

Das Szenario einer dauerhaften Sperrung lässt Ökonomen noch düsterere Prognosen formulieren. Sollte die Meerenge bis zum Jahresende geschlossen bleiben und der Ölpreis bis 2027 bei etwa 150 US-Dollar pro Barrel verharren, würde dies laut Capital Economics die Inflation im Vereinigten Königreich und in der Eurozone auf nahezu 10 Prozent treiben. Die Folge wären steigende Zinsen auf ihre jüngsten Höchststände und eine globale Rezession.

An den Rohstoffmärkten schlugen sich diese Sorgen unmittelbar nieder. Brent-Rohöl notierte 1,9 Prozent höher bei 111,34 US-Dollar pro Barrel, während US-Rohöl (WTI) um 2,2 Prozent auf 107,72 US-Dollar pro Barrel zulegte. Besonders bedeutsam: Die Futures für September kletterten über die Marke von 100 US-Dollar, und der Dezember-Kontrakt erreichte ein neues Hoch – ein klares Signal, dass die Märkte mit lang anhaltenden Engpässen rechnen.

Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs

Die globalen Anleihemärkte gerieten ebenfalls unter erheblichen Druck. Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen erreichten mit 4,631 Prozent ein 15-Monats-Hoch, nachdem sie in der Vorwoche bereits um 23 Basispunkte gestiegen waren. Die Renditen für 30-jährige US-Anleihen kletterten auf 5,159 Prozent – ein Anstieg von 18 Basispunkten im Wochenverlauf.

Auch Japan bleibt nicht verschont. Die japanischen Anleiherenditen erreichten Höchststände, die seit 1996 nicht mehr verzeichnet wurden. Hintergrund ist ein Regierungsvorschlag, neue Schulden aufzunehmen, um einen Zusatzhaushalt zu finanzieren, der die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts abfedern soll.

Anleger befürchten nun, dass Zentralbanken weltweit die Geldpolitik straffen müssen, um eine Inflationsspirale zu verhindern. Eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve wird für dieses Jahr inzwischen als 50:50-Chance gehandelt. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung wird am Mittwoch veröffentlicht und dürfte Aufschluss darüber geben, wie stark der Druck auf den Ausschuss war, von einer Lockerungstendenz abzurücken.

G7-Treffen in Paris soll Lage koordinieren

Auf diplomatischer Ebene reagieren die führenden Industrienationen. Die G7-Finanzminister kommen am Montag in Paris zusammen, um über die Lage an der Straße von Hormus und die Versorgung mit kritischen Rohstoffen zu beraten. Geopolitische Differenzen innerhalb der Gruppe drohen jedoch den Zusammenhalt auf die Probe zu stellen.

Im Fokus steht auch der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh, der beim G7-Treffen die Gelegenheit erhält, seine geldpolitischen Ansichten darzulegen. Analysten sind gespannt, ob er weiterhin die von Präsident Trump so sehr gewünschten Zinssenkungen befürwortet – oder ob die Inflationsrisiken durch den Ölpreisschock seine Haltung verändert haben.

ÖlpreisStraße Von HormusAnleiherenditenInflationFederal ReserveBrentG7Rezession

Disclaimer