Ölpreise volatil nach US-Militärschlägen gegen den Iran
Nach US-Angriffen auf iranische Militärziele nahe der Straße von Hormus reagieren die Ölmärkte mit starken Kursschwankungen.

Die Ölpreise zeigten sich am Mittwoch äußerst volatil, nachdem die USA Militärschläge gegen den Iran eingeleitet hatten. Auslöser war der Abschuss eines Apache-Hubschraubers der US-Armee, der laut dem US Central Command (Centcom) einen Tag zuvor stattgefunden hatte. Die Märkte reagierten mit heftigen Schwankungen, da Anleger die möglichen Folgen für den globalen Ölhandel abwägen.
Die US-Rohöl-Futures für die Lieferung im Juli fielen um 0,19 Prozent auf 88,03 US-Dollar pro Barrel. Zuvor hatten die Preise noch um über ein Prozent zugelegt, bevor die Gewinne wieder abgegeben wurden. Auch die internationale Ölsorte Brent gab nach: Sie sank für die Lieferung im August um 0,2 Prozent auf 91,27 US-Dollar pro Barrel.
Straße von Hormus im Fokus
Im Zentrum der Sorgen steht die Straße von Hormus – eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Durch diesen Meeresengpass zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt. Jede Eskalation in der Region birgt das Risiko, den Schiffsverkehr zu gefährden und die globale Ölversorgung zu beeinträchtigen.
Das US-Militär gab bekannt, dass es die Angriffe auf iranische Militärziele nahe der Straße von Hormus abgeschlossen habe. Centcom bezeichnete die Operation als defensive und angemessene Reaktion auf das, was es als iranische Aggression einstufte. Präsident Donald Trump hatte bereits am Dienstag erklärt, dass der Iran einen US-Hubschrauber bei Patrouillenflügen nahe der Straße von Hormus abgeschossen habe, und Vergeltungsmaßnahmen angedeutet.
Rystad Energy warnt vor massiven Versorgungsausfällen
Das Energieberatungsunternehmen Rystad Energy zeichnet ein alarmierendes Bild der möglichen Folgen für den globalen Ölmarkt. Laut Rystad hat der Ausfall einer Produktion von 11,8 Millionen Barrel pro Tag bei sechs Golf-Produzenten bereits die schwerwiegendste Unterbrechung der Ölversorgung in der modernen Geschichte verursacht.
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Zur AktienanalyseDas Beratungsunternehmen schätzt, dass die kumulierten Produktionsverluste bereits 1 Milliarde Barrel erreicht haben. Besonders besorgniserregend: Jeder weitere Monat des Konflikts könnte laut Rystad Energy weitere 350 Millionen Barrel der globalen Fördermenge zunichtemachen. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme wirtschaftliche Risiko, das eine weitere Eskalation des Konflikts für die weltweite Energieversorgung darstellt.
Für deutsche Verbraucher und Unternehmen sind solche Entwicklungen von unmittelbarer Relevanz. Deutschland ist als stark industrialisierte Volkswirtschaft in hohem Maße auf stabile Energieimporte angewiesen. Steigende Ölpreise schlagen sich direkt in höheren Kraftstoff- und Energiekosten nieder und können die ohnehin angespannte Inflationslage weiter verschärfen. Die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus werden daher auch hierzulande mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.


