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Ölpreise steigen wegen Nahost-Konflikt, KI-Aktien trotzen Kriegssorgen

Iranische Raketenangriffe auf Golfstaaten und stockende Friedensgespräche treiben Ölpreise auf 94,74 Dollar je Barrel.

Ölpreise steigen wegen Nahost-Konflikt, KI-Aktien trotzen Kriegssorgen

Die Ölpreise haben am Mittwoch den dritten Tag in Folge zugelegt. Brent-Terminkontrakte stiegen um 1% auf 94,74 Dollar pro Barrel. Auslöser sind neue militärische Feindseligkeiten in der Golfregion, nachdem die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten sind.

Das US-Militär teilte mit, dass iranische Raketenangriffe auf Bahrain, Kuwait und andere regionale Ziele entweder vereitelt wurden oder fehlschlugen. Gleichzeitig machte die Diplomatie zwischen Washington und Teheran kaum Fortschritte. Zwar hatten Iran und die USA vergangene Woche erklärt, eine vorläufige Einigung zur Beendigung des Krieges erzielt zu haben – doch beide Seiten müssen das Abkommen noch unterzeichnen.

„Letzte Woche deutete die Entwicklung auf eine Art Absichtserklärung hin, und die Märkte waren fest davon überzeugt, dass diese kommen würde", sagte Chris Weston, Leiter der Forschungsabteilung beim Broker Pepperstone in Melbourne. „Die Lage sieht jetzt prekärer aus. Es deutet darauf hin, dass die Parteien mit weniger Spielraum an den Verhandlungstisch zurückkehren."

KI-Hausse setzt sich in Asien fort

Trotz der geopolitischen Spannungen zeigt sich der Technologiesektor bemerkenswert widerstandsfähig. Die Wall-Street-Indizes verzeichneten am Dienstag, angeführt von KI-Werten, leichte Gewinne. In Asien erreichten die Aktienindizes in Taiwan und Japan neue Rekordhöhen. Die Futures auf den S&P 500 notierten am Mittwoch unverändert, während europäische Futures um 0,1% nachgaben.

Besonders auffällig: Die Aktien von Marvell Technology sprangen um 32,5% auf ein Rekordhoch, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang den Chiphersteller als das nächste Billionen-Dollar-Unternehmen bezeichnet hatte. Im japanischen Markt hat der Technologieinvestor SoftBank dank der KI-Gewinne Toyota als wertvollstes Unternehmen Japans überholt. Am Mittwoch verdrängte zudem der Speicherhersteller Kioxia den Automobilhersteller, der die Liste jahrzehntelang angeführt hatte, kurzzeitig auf den dritten Platz.

Bitcoin bricht ein – SpaceX-Börsengang im Fokus

Während Aktien zulegen, geraten Kryptowährungen unter Druck. Bitcoin ist in drei Handelstagen um fast 10% gefallen und erreichte am Mittwoch ein Zweimonatstief von 66.123 Dollar. Als Belastungsfaktoren gelten Verkäufe des großen Bitcoin-Halters Strategy sowie Gerüchte, wonach einige Anleger Positionen veräußerten, um Barmittel für den geplanten SpaceX-Börsengang freizumachen. SpaceX plant laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle, im Rahmen des Börsengangs 75 Milliarden Dollar einzunehmen.

Dollar testet 160-Yen-Marke – Märkte preisen Zinserhöhungen ein

Am Devisenmarkt näherte sich der US-Dollar der psychologisch wichtigen Marke von 160 Yen, legte dann aber eine Pause ein. Händler zeigten sich angesichts möglicher japanischer Interventionen auf diesem Niveau vorsichtig. Zuletzt notierte der Dollar bei 159,86 Yen, der Euro bei 1,1627 Dollar.

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen lag bei 4,46%. Daten vom Vorabend zeigten, dass die Zahl der offenen Stellen in den USA im April so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr gestiegen ist – ein Zeichen für einen robusten Arbeitsmarkt, der kaum Argumente für Zinssenkungen liefert.

Die Märkte haben für dieses Jahr US-Zinserhöhungen von etwa 18 Basispunkten eingepreist. „Unserer Ansicht nach könnte die Belebung der Dynamik in der US-Wirtschaft Anfang 2026 dazu führen, dass der US-Arbeitsmarktbericht die pessimistischen Konsensprognosen übertrifft", sagte Peter Dragicevich, Devisenstratege für den asiatisch-pazifischen Raum beim Zahlungsdienstleister Corpay. „Sollte dies eintreten, könnte dies die Ansicht bestärken, dass die Fed die Zinsen im weiteren Verlauf anheben könnte, was wiederum den US-Dollar stärken dürfte."

Auch in Europa und Japan steigt der Zinsdruck: Eine Zinserhöhung in Europa in der nächsten Woche ist nach Daten, die eine weitere Beschleunigung der Inflation zeigten, fast vollständig eingepreist. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in Japan im Juni schätzen Händler auf etwa 75%. Im Tagesverlauf werden noch der US-Dienstleistungsindex ISM sowie Daten zu privaten Lohn- und Gehaltslisten erwartet, gefolgt von den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag.

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