Ölpreise steigen um 1,5% – Iran-Konflikt treibt Brent über 69 Dollar
Geopolitische Spannungen und sinkende US-Lagerbestände befeuern dreitägige Rallye am Rohölmarkt.

Die Ölpreise haben am Donnerstag im asiatischen Handel deutlich zugelegt und ihre Gewinnserie den dritten Tag in Folge fortgesetzt. Brent-Rohöl kletterte um 1,5 Prozent auf 69,39 Dollar je Barrel, während die US-Sorte WTI um 1,7 Prozent auf 64,27 Dollar zulegte. Seit Montag verzeichnen beide Kontrakte ein Plus von rund fünf Prozent und notieren auf dem höchsten Stand seit Ende September.
Auslöser der Preisrallye sind wachsende Befürchtungen vor einem möglichen US-Militärschlag gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf Teheran massiv erhöht und droht mit Angriffen, sollte das Land sein Atomprogramm nicht beenden. Eine US-Marinegruppe ist bereits in der Region eingetroffen. Der Iran produziert als viertgrößter OPEC-Produzent täglich 3,2 Millionen Barrel Rohöl – ein militärischer Konflikt könnte die Versorgung aus der strategisch wichtigen Region empfindlich stören.
Laut Reuters-Informationen erwägt die US-Regierung verschiedene Angriffsoptionen auf iranische Sicherheitskräfte und Führungspersonen. Ziel sei es, Proteste anzufachen, die möglicherweise zum Sturz des derzeitigen Regimes führen könnten. Diese Entwicklung hat die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt deutlich erhöht.
Fundamentaldaten stützen Preisanstieg
Neben den geopolitischen Spannungen profitieren die Ölpreise von überraschend gesunkenen US-Lagerbeständen. Die Energy Information Administration meldete einen Rückgang um 2,3 Millionen Barrel auf 423,8 Millionen Barrel für die Woche bis zum 23. Januar. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg um 1,8 Millionen Barrel gerechnet. Zusätzlich sorgen wetterbedingte Produktionsausfälle in Teilen der USA für Angebotsverknappung.
"Obwohl die Fed die Zinsen konstant hielt und der Dollar leicht zulegte, blieben die Ölpreise widerstandsfähig", erklärt Priyanka Sachdeva, Senior Market Analyst bei Phillip Nova. Die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran würden das Narrativ des Versorgungsrisikos weiterhin untermauern.
Analysten erwarten weitere Preissteigerungen
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Zur AktienanalyseCiti-Analysten schätzen, dass die Iran-Spannungen die geopolitische Prämie bereits um drei bis vier Dollar pro Barrel erhöht haben. Bei einer weiteren Eskalation könnte Brent-Rohöl bis auf 72 Dollar pro Barrel steigen. Die Federal Reserve hatte am Mittwoch die Zinsen angesichts der robusten US-Wirtschaft unverändert gelassen – niedrigere Zinsen würden Öl für Verbraucher günstiger machen und die Nachfrage zusätzlich ankurbeln.
Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeuten steigende Rohölpreise mittelfristig höhere Kosten bei Benzin, Diesel und Heizöl. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Eskalation des Iran-Konflikts und möglichen Störungen der Ölversorgung aus dem Nahen Osten ab.


