Ölpreise steigen nach US-Iran-Spannungen und überraschendem Lagerabbau um 4%
Brent und WTI profitieren von geopolitischen Risiken im Nahen Osten und unerwartetem Rückgang der US-Rohölbestände.

Die Ölpreise haben am Donnerstag im asiatischen Handel ihre Gewinne vom Vortag weiter ausgebaut. Brent-Öl stieg um 0,3% auf 70,59 Dollar pro Barrel, während WTI um 0,4% auf 65,45 Dollar kletterte. Bereits in der vorangegangenen Sitzung waren beide Kontrakte um mehr als 4% nach oben geschossen.
Der kräftige Preisanstieg wird vor allem durch die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran befeuert. Anleger befürchten mögliche Unterbrechungen der Ölströme durch die Straße von Hormus, eine kritische Passage für den weltweiten Energiehandel. Medienberichte über verstärkte Militär- und Marineaktivitäten im Golf verstärken die Sorgen um die Versorgungssicherheit.
Auch die stockenden Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine belasten die Marktstimmung. Die Hoffnungen auf eine Lockerung der Sanktionen gegen russische Energieexporte schwinden zusehends, was die Angebotsseite weiter unter Druck setzt.
Überraschender Lagerabbau stützt Preise
Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Ölpreise durch aktuelle Lagerdaten aus den USA. Das American Petroleum Institute meldete einen Rückgang der US-Rohöllagerbestände um etwa 609.000 Barrel in der Woche bis zum 13. Februar. Dies steht im krassen Gegensatz zu den Erwartungen einer Reuters-Umfrage, die einen Aufbau von 2,1 Millionen Barrel vorhergesagt hatte.
Der Lagerabbau signalisiert eine stärkere Nachfrage der Raffinerien oder ein begrenztes Angebot – beides preistreibende Faktoren. Besonders bemerkenswert ist die Trendwende nach dem massiven Anstieg der Vorwoche von über 13 Millionen Barrel. Die offiziellen Regierungsdaten der Energy Information Administration werden im Laufe des Donnerstags zur Bestätigung erwartet.
Fed-Politik bleibt Unsicherheitsfaktor
Trotz der positiven Impulse bleiben Anleger vorsichtig. Die globalen Nachfrageaussichten werden durch mögliche weitere Zinserhöhungen in den großen Volkswirtschaften getrübt. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung offenbarte eine Spaltung unter den Notenbankern über den weiteren geldpolitischen Kurs.
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Zur AktienanalyseDie Entscheidungsträger sind sich zwar einig, dass die Inflationsrisiken weiterhin nach oben gerichtet sind. Uneinigkeit herrscht jedoch darüber, wie restriktiv die Politik werden sollte und wie lange die Zinsen auf einem hohen Niveau bleiben müssen. Höhere Zinsen könnten den Kraftstoffverbrauch dämpfen und die Ölnachfrage belasten.
Am Freitag richten sich alle Blicke auf die US-Daten zum Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), dem bevorzugten Inflationsmaßstab der Fed. Diese Zahlen könnten wichtige Hinweise auf die künftige Geldpolitik liefern und damit auch die weitere Entwicklung der Ölpreise beeinflussen.


