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Ölpreise steigen: Iran-Krise treibt Brent über 66 Dollar

Die Ölpreise setzen ihre Aufwärtsbewegung fort und erreichen den höchsten Stand seit Mitte Januar. Geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran sorgen für eine Risikoprämie am Rohölmarkt.

Ölpreise steigen: Iran-Krise treibt Brent über 66 Dollar

Die Ölpreise haben ihre Gewinne vom Freitag ausgebaut und notieren auf dem höchsten Niveau seit dem 14. Januar. Brent-Rohöl stieg um 0,18 Prozent auf 66,00 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte WTI um 0,23 Prozent auf 61,21 Dollar zulegte. Am Freitag waren die Preise bereits um mehr als 2 Prozent gestiegen.

Haupttreiber der Preisrallye sind die eskalierenden Spannungen zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Donald Trump kündigte die Entsendung einer "Armada" von Marinekräften in den Nahen Osten an und forderte den Iran auf, Demonstranten nicht zu töten und das Atomprogramm nicht wieder aufzunehmen. Ein hochrangiger iranischer Beamter drohte daraufhin, jeden Angriff als "umfassenden Krieg" zu behandeln.

Versorgungsrisiken im Fokus

Marktanalyst Tony Sycamore von IG erklärt, dass Trumps Äußerungen die Befürchtungen vor Versorgungsunterbrechungen neu entfacht hätten. Die Märkte preisen eine Risikoprämie ein, da der Iran eine Schlüsselrolle für die globale Ölversorgung spielt.

Etwas Entspannung brachte die Wiederaufnahme der Vollladung am Schwarzmeerterminal des Caspian Pipeline Consortium (CPC) nach Wartungsarbeiten. Die kasachischen Exporte erreichten damit wieder das normale Niveau. In den USA führten extreme Wetterbedingungen hingegen zu Produktionsausfällen von geschätzten 250.000 Barrel pro Tag in Regionen wie Bakken, Oklahoma und Teilen von Texas.

Fed-Sitzung und Tech-Berichte bestimmen die Woche

Trotz der geopolitischen Unsicherheit bleiben Anleger vorsichtig. Bedenken hinsichtlich eines globalen Ölüberangebots dämpfen die Stimmung, falls das Produktionswachstum der Nicht-OPEC-Länder die Nachfrage übersteigt.

Die kommende Handelswoche wird von wichtigen Ereignissen dominiert. Im Zentrum steht die geldpolitische Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch. Es wird allgemein erwartet, dass die Zinssätze unverändert bleiben. Investoren werden die Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell genau analysieren, um Hinweise auf mögliche Zinssenkungen zu erhalten.

Zudem erreicht die Berichtssaison ihren Höhepunkt. Etwa ein Fünftel der S&P 500-Unternehmen legt Quartalszahlen vor. Besonders im Fokus stehen vier der "Magnificent Seven"-Tech-Werte: Microsoft, Tesla und Meta Platforms berichten am Mittwochabend, Apple folgt am Donnerstag. Weitere wichtige Berichterstatter sind Exxon Mobil, Chevron, Boeing und Starbucks.

Apple und Starbucks unter Beobachtung

Apple, das im bisherigen Jahresverlauf um etwa 9 Prozent gefallen ist, wird am Donnerstag berichten. Analysten erwarten einen Umsatzanstieg von 10,6 Prozent auf 137,5 Milliarden US-Dollar und ein Gewinnwachstum von 11,2 Prozent. Technische Indikatoren deuten auf Potenzial über 260 Dollar bei einem Ausbruch über den Widerstand von 248,87 Dollar.

Starbucks steht vor größeren Herausforderungen. Das Unternehmen kämpft mit verlangsamtem Umsatzwachstum und Kostensteigerungen. Analysten erwarten einen Gewinnrückgang von 15,9 Prozent bei einem Umsatzanstieg von nur 2,5 Prozent. Ein Bruch der Unterstützung bei 96,25 Dollar könnte Kurse in Richtung 90 Dollar auslösen.

Risikoscheu prägt die Märkte

Die allgemeine Marktstimmung war am Sonntagabend leicht risikoscheu. S&P 500 Futures fielen um 0,3 Prozent. Bemerkenswert ist, dass Goldpreise Rekordhochs über 5.000 US-Dollar erreichten, was die allgemeine Flucht in sichere Häfen unterstreicht. Handelsunsicherheiten und die Eskalation geopolitischer Spannungen verstärken die vorsichtige Haltung der Investoren.

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