Ölpreise steigen: Iran-Krise treibt Brent auf Zweimonatshoch
Die Ölpreise setzen ihren Aufwärtstrend fort. Brent-Rohöl kletterte auf 64,15 USD pro Barrel, angetrieben durch Sorgen um Lieferunterbrechungen aus dem Iran. Geopolitische Spannungen überlagern mögliche Angebotserhöhungen aus Venezuela.

Die Ölmärkte zeigen sich weiterhin fest: Brent-Futures gewannen 0,4 Prozent auf 64,15 USD je Barrel und notierten damit nahe einem Zweimonatshoch. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 0,5 Prozent auf 59,78 USD – der höchste Stand seit dem 8. Dezember.
Iran-Krise als Hauptpreistreiber
Die heftigsten regierungsfeindlichen Demonstrationen seit Jahren erschüttern den Iran, einen der größten OPEC-Produzenten. Die gewaltsame Niederschlagung durch Sicherheitskräfte hat die Märkte alarmiert. US-Präsident Donald Trump drohte mit militärischen Maßnahmen und kündigte drastische Wirtschaftssanktionen an: Länder, die mit dem Iran Handel treiben, sollen mit 25 Prozent Zoll auf alle USA-Geschäfte belegt werden.
Analysten von Barclays beziffern die geopolitische Risikoprämie auf 3 bis 4 USD pro Barrel. Die Möglichkeit einer US-Intervention treibt die Preise zusätzlich nach oben. Besonders brisant: China als wichtiger Abnehmer iranischen Öls könnte erneut ins Visier zusätzlicher US-Zölle geraten, trotz des jüngst erreichten Handelsfriedens.
Ukraine-Konflikt belastet Exportinfrastruktur
Auch in Osteuropa verschärfen sich die Spannungen. Russische Angriffe auf ukrainische Städte führten zu Vergeltungsschlägen gegen russische Ölexportanlagen. Besonders betroffen ist das Kaspische Pipeline Konsortium (CPC) Terminal nahe Noworossijsk. Die Exporte kasachischen Öls über diese Route werden laut Bloomberg im laufenden Monat um rund 45 Prozent unter den ursprünglichen Erwartungen liegen.
Venezuela-Öl und Fed-Unsicherheit
Dem gegenüber steht die Aussicht auf zusätzliches Angebot aus Venezuela. Nach dem Sturz von Präsident Nicolas Maduro sollen bis zu 50 Millionen Barrel Rohöl an die USA übergeben werden. Globale Ölhändler haben sich Berichten zufolge bereits frühzeitig Zugriff auf diese Ölströme gesichert – noch vor US-Energiekonzernen.
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Zur AktienanalyseZusätzliche Unsicherheit kommt aus Washington: Die Trump-Administration erneuerte ihre Kritik an der Federal Reserve, was Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank und der künftigen Wirtschaftsentwicklung schürt. Dies könnte mittelfristig die Ölnachfrage beeinflussen.
Ausblick für Anleger
ING-Rohstoffstrategen sehen die geopolitischen Risiken als dominierenden Faktor. Solange die Iran-Krise ungelöst bleibt und die Situation in der Ukraine angespannt ist, dürfte die Risikoprämie die Ölpreise stützen. Das zusätzliche Angebot aus Venezuela könnte diese Effekte nur teilweise kompensieren.


