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Ölpreise steigen, Chip-Aktien fallen: Was Märkte bewegt

US-Iran-Konflikte, ein Ausverkauf bei Halbleitern und die bevorstehende Berichtssaison belasten die globalen Finanzmärkte zu Wochenbeginn.

Ölpreise steigen, Chip-Aktien fallen: Was Märkte bewegt

Erneute Militärschläge zwischen den USA und dem Iran haben die globalen Märkte zu Beginn der Woche erschüttert. Die Ölpreise schossen in die Höhe, während die US-Aktien-Futures unter Druck gerieten. Gleichzeitig sorgt ein massiver Ausverkauf bei asiatischen Halbleiteraktien für Verunsicherung unter Anlegern.

Bis 04:53 Uhr ET (08:53 Uhr GMT) fielen die S&P-500-Futures um 0,3 %, während die Nasdaq-100-Futures um 1 % nachgaben. Die Dow-Jones-Futures zeigten sich dagegen kaum verändert und stiegen um lediglich 0,03 %. Technologiewerte führten die Verluste an – belastet durch schwere Einbußen bei asiatischen Halbleiteraktien.

Straße von Hormus im Fokus

Der Kern der geopolitischen Unsicherheit liegt in der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Routen für den Öltransport. Üblicherweise passiert etwa ein Fünftel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls diese Wasserstraße. Das US Central Command gab bekannt, eine neue Runde von Angriffen auf Dutzende Ziele im Iran abgeschlossen zu haben, um die Fähigkeit Teherans zu verringern, die Schifffahrt durch die Wasserstraße zu bedrohen.

Präsident Donald Trump betonte, dass die Meerenge für den Handelsverkehr offen bleibe, und wies iranische Behauptungen zurück, sie sei als Reaktion auf die jüngsten US-Angriffe geschlossen worden. Die widersprüchlichen Aussagen beider Seiten haben die Anleger über die Aussichten für die weltweite Energieversorgung im Unklaren gelassen. Für die Märkte hat sich die Wasserstraße damit zum größten geopolitischen Risiko entwickelt, das es zu beobachten gilt.

Die Ölpreise reagierten prompt: Brent Crude kletterte im europäischen Handel um 4,8 % auf 79,65 US-Dollar pro Barrel, während US West Texas Intermediate (WTI) rund 5 % auf 74,98 US-Dollar zulegte. Beide Benchmarks hatten bereits in der Vorwoche bei eskalierenden Spannungen mehr als 4 % zugelegt. Höhere Ölpreise schlagen sich oft in höheren Benzinpreisen und gestiegenen Transportkosten nieder, was schließlich in eine breitere Inflation einfließen kann. Sektoren wie Fluggesellschaften, Transportwesen und zyklische Konsumgüter könnten unter zusätzlichen Druck geraten, falls die Rohölpreise weiter steigen.

Chip-Ausverkauf in Asien trotz starker KI-Nachfrage

Parallel zur geopolitischen Lage sorgte ein massiver Kurseinbruch bei asiatischen Halbleiteraktien für Aufsehen. Die Aktien von SK Hynix stürzten in Südkorea um fast 14 % ab und führten damit einen breiten Ausverkauf an – dies trotz des erfolgreichen Nasdaq-Debüts des Speicherchipherstellers in der Vorwoche. Der Rückgang zog den südkoreanischen Leitindex KOSPI um mehr als 5 % nach unten, was die Korea Exchange dazu veranlasste, den Handel kurzzeitig auszusetzen.

Der Ausverkauf schien dabei weniger auf eine nachlassende Nachfrage nach KI-Chips hinzudeuten, sondern vielmehr eine Kombination aus Gewinnmitnahmen und Anleger-Vorsicht vor der bevorstehenden Berichtssaison widerzuspiegeln. Im Gegensatz dazu meldete Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) ein weiteres starkes Quartal: Der Umsatz im zweiten Quartal stieg im Vergleich zum Vorjahr um 36 % auf 1,27 Billionen Taiwanesische Dollar, da die Nachfrage nach KI-bezogenen Chips robust blieb.

Für Anleger unterstreichen die gegensätzlichen Bewegungen einen wichtigen Trend: Die kurzfristige Marktstimmung kann Halbleiteraktien kräftig nach unten drücken, selbst wenn die zugrunde liegende Nachfrage nach KI-Infrastruktur stark bleibt.

Berichtssaison als entscheidender Gradmesser

Jenseits der Geopolitik richten die Anleger ihre Aufmerksamkeit auf eine vollgepackte Woche mit Ergebnissen für das zweite Quartal. Nach Monaten kräftiger Zuwächse, die weitgehend von der Begeisterung um künstliche Intelligenz getragen wurden, müssen die Unternehmen nun zeigen, dass das Gewinnwachstum mit den hohen Erwartungen Schritt hält. Technologieunternehmen stehen dabei unter besonderer Beobachtung.

Für die Märkte dürften Geopolitik und Unternehmensgewinne in dieser Woche die beiden wichtigsten Treiber sein. Höhere Ölpreise könnten die Inflationssorgen neu entfachen, während die Ergebnisse großer Unternehmen mitentscheidend dafür sein werden, ob die jüngste KI-getriebene Rallye noch Spielraum hat. Die Ergebnisse dürften zudem die Erwartungen für die Gesamtwirtschaft prägen.

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