Ölpreise stagnieren nach Trumps Ankündigung zu Hormus-Geleitschutz
USA wollen festsitzende Schiffe in der Straße von Hormus führen – OPEC+ erhöht gleichzeitig die Förderquoten.

Die Ölpreise zeigten sich am Montag im asiatischen Handel weitgehend stabil. Auslöser war eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, wonach die Vereinigten Staaten eine Initiative zur Führung von Schiffen in der Straße von Hormus anführen werden. Gleichzeitig lastete die Entscheidung der OPEC+ zur Erhöhung der Förderquoten auf den Rohölpreisen.
Konkret notierten die Brent-Öl-Futures für Juli um 0,1 Prozent höher bei 108,32 US-Dollar pro Barrel. Die Rohöl-Futures der Sorte West Texas Intermediate (WTI) blieben unverändert bei 101,87 US-Dollar pro Barrel. Die Verluste hielten sich in Grenzen, da ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran weiterhin in weiter Ferne liegt.
Trumps Geleitschutz-Plan für die Straße von Hormus
Trump erklärte am Sonntag, dass die USA ab Montag damit beginnen würden, in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe zu führen. Ziel sei es, neutralen Ländern im Krieg der USA und Israels gegen den Iran beizustehen. Konkrete Details nannte Trump kaum, betonte jedoch, dass seine Vertreter „sehr positive Gespräche" mit dem Iran führten.
Das US-Zentralkommando präzisierte den Umfang der geplanten Unterstützung: Diese umfasse Zerstörer, über 100 Land- und Seeflugzeuge sowie 15.000 Einsatzkräfte. Ob der Plan auch direkte militärische Maßnahmen beinhaltet, blieb zunächst unklar.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Über diesen Kanal werden rund 20 Prozent der weltweiten Ölproduktion transportiert. Der Iran hatte die Wasserstraße Ende Februar faktisch blockiert und schwor, sie geschlossen zu halten, bis die USA ihre Seeblockade gegen das Land aufheben. Washington hingegen besteht darauf, dass der Iran zunächst den Kanal öffnet und einem Atomabkommen zustimmt – eine Pattsituation, die beide Länder in eine diplomatische Sackgasse treibt.
OPEC+ erhöht Förderquoten trotz Marktspannungen
Unabhängig von den geopolitischen Entwicklungen beschloss die OPEC+ am Sonntag, die Ölproduktion im Juni um 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Dieser Schritt erfolgte, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate die Produzentengruppe am 1. Mai verlassen hatten. Die Entscheidung erhöht das globale Angebot und wirkte dämpfend auf die Ölpreise.
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Zur AktienanalyseDie Sorgen über Versorgungsunterbrechungen beschränken sich jedoch nicht auf den Nahen Osten. Die Ukraine startete am Sonntag eine Welle von Drohnenangriffen auf Ziele in ganz Russland. Dabei wurde unter anderem der Ostseehafen Primorsk angegriffen sowie eine Reihe von Schiffen und Energieinfrastruktur in der Region. Die Ukraine hat wiederholt russische Ölinfrastruktur ins Visier genommen, um Moskaus Einnahmequellen zu beschneiden und dessen Kriegsanstrengungen einzuschränken.
Die Kombination aus geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, dem andauernden Ukraine-Krieg und der OPEC+-Entscheidung hält die Ölmärkte weiterhin in einem Spannungsfeld zwischen Angebotsdruck und Versorgungsrisiken. Für Anleger und Energiemärkte bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus der entscheidende Faktor in den kommenden Wochen.


