Ölpreise stabil nach Entspannung im Grönland-Streit
Die Ölpreise zeigten sich am Donnerstag weitgehend stabil, nachdem US-Präsident Trump von Zolldrohungen gegen europäische Länder Abstand genommen hatte. Investoren richten ihren Fokus nun auf US-Lagerbestandsdaten.

Die Ölpreise präsentierten sich am Donnerstag im asiatischen Handel nahezu unverändert. Brent-Rohöl stieg um 0,1% auf 65,31 USD pro Barrel, während WTI um 0,2% auf 60,74 USD zulegte. Die Stabilisierung folgt auf eine deutliche Entspannung in den geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Europa.
Trump rudert bei Grönland-Plänen zurück
US-Präsident Donald Trump sorgte für Erleichterung an den Märkten, als er seine zuvor aggressive Haltung zu Grönland deutlich abschwächte. Der Präsident schloss den Einsatz von Gewalt aus und kündigte an, die angedrohten Zölle gegen acht europäische Länder ab dem 1. Februar nicht zu verhängen. Zuvor hatte Trump mit Handelstarifen gedroht, um die Abtretung Grönlands an die USA zu erzwingen, was die Märkte erheblich belastet hatte.
Nach Trumps Ankündigung eines Rahmenabkommens mit der NATO bezüglich Grönlands und der Arktis erholten sich die US-Aktienindizes am Mittwoch deutlich. Die Entspannung zerstreute Befürchtungen vor einer Eskalation, die das globale Wachstum und die Energienachfrage hätte beeinträchtigen können.
US-Lagerbestände steigen deutlich
Das American Petroleum Institute (API) meldete einen Anstieg der US-Rohölbestände um 3,04 Millionen Barrel in der Woche zum 16. Januar. In der Vorwoche waren die Bestände bereits um über 5 Millionen Barrel gestiegen. Die Benzinbestände kletterten um 6,21 Millionen Barrel, was auf eine schwächere Nachfrage hindeutet. Lediglich die Destillatbestände, zu denen Diesel und Heizöl gehören, sanken um 33.000 Barrel.
Trotz der steigenden Lagerbestände erhielten die Ölpreise Unterstützung durch Versorgungsbedenken. Der OPEC+-Produzent Kasachstan hatte am Sonntag die Förderung in seinen Ölfeldern Tengiz und Korolev eingestellt, was die Märkte in den letzten beiden Handelssitzungen gestützt hatte.
IEA hebt Nachfrageprognose an
Auf der Nachfrageseite sorgte die Internationale Energieagentur (IEA) für positive Impulse. Die Organisation korrigierte ihre Prognose für das globale Ölbedarfswachstum bis 2026 nach oben. Allerdings erwartet die IEA, dass der Markt bis 2026 in einem erheblichen Überangebot verbleiben wird, was die Preise mittelfristig unter Druck setzen könnte.
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Zur AktienanalyseFokus verschiebt sich auf Fed und Quartalszahlen
Nach der Beruhigung der geopolitischen Lage richten Investoren ihren Blick nun auf die anstehende Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve sowie wichtige Quartalsergebnisse. Am Donnerstag berichteten unter anderem Procter & Gamble, GE Aerospace, Intel und Abbott Laboratories. In der kommenden Woche stehen Zahlen von Tech-Giganten wie Microsoft, Meta Platforms und Tesla an.
Die Märkte erwarten mehrheitlich, dass die Fed die Zinssätze unverändert lässt, trotz zunehmendem Druck aus dem Weißen Haus auf eine Zinssenkung. Besonderes Augenmerk liegt auf den Ausgaben für Rechenzentrums-Infrastruktur und den Renditen von KI-Investitionen der großen Technologiekonzerne.


