Ölpreise springen über 2% nach US-Iran-Gefecht an Hormus
Ein Schusswechsel zwischen US- und iranischen Streitkräften nahe der Straße von Hormus treibt die Ölpreise im asiatischen Handel deutlich nach oben.

Die Ölpreise haben am Freitag im asiatischen Handel kräftig zugelegt, nachdem es nahe der Straße von Hormus zu einem militärischen Gefecht zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften gekommen war. Brent-Rohöl-Futures mit Fälligkeit im Juli stiegen um 2,1% auf 103,37 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl um 2,2% auf 96,90 US-Dollar kletterte. Dies entspricht einem deutlichen Kurssprung nach einem bereits volatilen Handelstag am Donnerstag, an dem die Preise noch rund 1% tiefer geschlossen hatten.
Der Iran warf den Vereinigten Staaten vor, einen iranischen Öltanker sowie ein weiteres Schiff bei der Einfahrt in die Straße von Hormus ins Visier genommen zu haben. Zusätzlich soll das US-Militär Angriffe auf die Insel Qeschm und nahegelegene Küstengebiete durchgeführt haben. Das US-Militär hingegen erklärte, in Selbstverteidigung gehandelt zu haben, nachdem iranische Drohnen, Raketen und kleine Boote drei US-Zerstörer beim Durchqueren der Wasserstraße angegriffen hätten. Washington betonte, dass keine US-Einheiten getroffen wurden.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energieadern der Welt. Durch sie wird etwa ein Fünftel des gesamten weltweiten Öl- und LNG-Angebots transportiert. Jede Eskalation in dieser Region hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und trifft Verbraucher sowie Industrie weltweit – auch in Deutschland.
Präsident Donald Trump versuchte, die aufgeheizten Märkte zu beruhigen. Er bezeichnete die Konfrontation gegenüber ABC News als „bloßen Klaps" und betonte, dass der seit April geltende Waffenstillstand mit dem Iran weiterhin in Kraft sei. Iranische Staatsmedien berichteten später, dass in den betroffenen Gebieten wieder Normalität eingekehrt sei. Dennoch blieben Händler angesichts des Eskalationsrisikos in erhöhter Alarmbereitschaft.
Das jüngste Aufflammen der Gewalt gilt als der bisher schwerste Bruch des fragilen Waffenstillstands, der im April nach wochenlangen Spannungen zwischen Washington und Teheran vermittelt worden war. Diplomatische Bemühungen unter der Leitung Pakistans für ein umfassenderes Abkommen dauern unterdessen an. Die Lage bleibt damit weiterhin angespannt und unberechenbar.
Auswirkungen auf Märkte und Anleger
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie geopolitischen Spannungen wirkten sich auch auf andere Anlageklassen aus. Der US-Dollar legte zu, während Aktien-Futures unter Druck gerieten. Anleger schichteten verstärkt in sichere Häfen um – ein klassisches Muster in Zeiten geopolitischer Unsicherheit. Zusätzliche Nervosität entstand im Vorfeld des mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktberichts (Non-Farm Payrolls), der am späteren Freitag veröffentlicht werden sollte.
Für deutsche Anleger und Energieverbraucher ist die Entwicklung besonders relevant: Steigende Ölpreise erhöhen den Druck auf die Energiekosten und können die Inflationsentwicklung beeinflussen. Zudem sind viele im DAX gelistete Industrieunternehmen auf stabile Energiepreise angewiesen. Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt damit ein zentraler Risikofaktor für die globalen Finanzmärkte.


