Ölpreise springen nach neuen US-Angriffen auf Iran stark an
Neue US-Militärschläge gegen den Iran treiben Brent-Rohöl um fast vier Prozent nach oben – trotz laufender Waffenstillstandsgespräche.

Die Ölpreise haben am Mittwoch kräftig zugelegt, nachdem die USA erneut Militärangriffe auf den Iran durchgeführt haben. Betroffen war diesmal ein Militärstandort in Bandar Abbas – einer strategisch bedeutsamen Hafenstadt am Persischen Golf. Das US Central Command (Centcom) bestätigte zudem, vier iranische Drohnen abgeschossen zu haben, die nach eigenen Angaben „eine Bedrohung im Umfeld der Straße von Hormus darstellten".
Die Reaktion an den Energiemärkten war unmittelbar und deutlich: Die globale Ölsorte Brent stieg um 3,75 Prozent auf 97,83 US-Dollar pro Barrel. Das in den USA gehandelte Rohöl (WTI) legte sogar um vier Prozent auf 92,22 US-Dollar zu. Damit kehren die Preise nach einer kurzen Erholungsphase wieder in Richtung der jüngsten Hochs zurück.
Straße von Hormus: Schlüsselroute für die Weltenergieversorgung
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Etwa ein Fünftel der globalen Lieferungen von Öl und verflüssigtem Erdgas (LNG) passieren normalerweise diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel. Seit Beginn des Konflikts ist die Route faktisch geschlossen, was die Energiekosten weltweit erheblich in die Höhe getrieben hat.
Der Konflikt hatte seinen Ausgangspunkt am 28. Februar, als die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran starteten. Teheran reagierte daraufhin mit der Drohung, Schiffe auf der Handelsroute anzugreifen. Seitdem schwanken die globalen Energiepreise stark: Brent-Rohöl stieg zwischenzeitlich auf rund 120 US-Dollar pro Barrel – vor dem Krieg lag der Preis noch näher an 70 US-Dollar.
Waffenstillstand unter Druck
Die jüngsten Angriffe ereigneten sich trotz eines bestehenden Waffenstillstands zwischen Washington und Teheran, während beide Seiten Gespräche zur Beendigung des nun drei Monate andauernden Konflikts führen. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von drei Tagen, dass die USA Ziele im Iran angegriffen haben. Washington bezeichnete die Schläge als Maßnahmen zur Selbstverteidigung.
Centcom hatte zuvor Angriffe im Süden des Irans Anfang der Woche bestätigt. Dabei wurden iranische Raketenstellungen sowie Boote ins Visier genommen, die versucht haben sollen, Minen in der Meerenge zu legen. Die Angriffe seien darauf ausgelegt gewesen, „unsere Truppen vor Bedrohungen durch iranische Streitkräfte zu schützen", hieß es offiziell.
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Zur AktienanalyseDer Iran reagierte scharf auf die neuen Angriffe und bezeichnete sie als „schwerwiegende Verletzung des Waffenstillstands". Teheran erklärte, man werde „keinen Akt der Feindseligkeit unbeantwortet lassen". Auch das kuwaitische Militär meldete sich zu Wort und teilte mit, „feindliche Raketen- und Drohnenbedrohungen" abzufangen – ohne weitere Details zu nennen.
Ölpreise zuvor durch Hoffnung auf Einigung gesunken
Noch in dieser Woche waren die Ölpreise deutlich gefallen, da Marktteilnehmer auf eine baldige Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gehofft hatten. Die neuen Eskalationsschritte haben diese Hoffnungen vorerst gedämpft. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeutet die anhaltende Volatilität an den Energiemärkten weiterhin erhebliche Unsicherheit bei Kraftstoff- und Heizkosten sowie bei den Energiepreisen in der Industrie.


