Ölpreise springen an: USA heben Iran-Sanktionsausnahmen nach Tanker-Angriffen auf
Nach iranischen Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus zogen die Rohölpreise am Donnerstag kräftig an.

Die Rohölpreise sind am Donnerstag deutlich gestiegen, nachdem die USA die Genehmigungen für iranische Ölverkäufe widerriefen. Auslöser war eine Reihe von Angriffen des Iran auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, die über Nacht stattgefunden hatten. Die Entwicklung sorgte an den Energiemärkten für erhebliche Unruhe.
US-Rohöl-Futures legten um 2,8 Prozent auf 70,44 US-Dollar pro Barrel zu. Damit verzeichneten die Ölpreise einen der stärksten Tagesgewinne der jüngeren Vergangenheit. Der Markt reagierte damit unmittelbar auf die geopolitische Eskalation im Persischen Golf.
Preisanstieg setzt sich nach Handelsschluss fort
Nach dem Abrechnungsschluss der Futures um 14:30 Uhr Ortszeit (ET) setzten die WTI-Ölpreise ihren Anstieg weiter fort. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) kletterte auf über 72 US-Dollar pro Barrel. Dies unterstreicht, wie stark die Marktteilnehmer die Lage im Nahen Osten als Risikofaktor einschätzen.
Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie wird ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels abgewickelt, da sie den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer verbindet. Störungen in dieser Region haben daher regelmäßig unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Energiepreise.
Hintergrund: US-Sanktionspolitik gegenüber dem Iran
Die USA hatten in der Vergangenheit bestimmten Ländern Ausnahmeregelungen gewährt, die es ihnen erlaubten, trotz bestehender Sanktionen Öl aus dem Iran zu beziehen. Mit dem Widerruf dieser Genehmigungen verschärfen die Vereinigten Staaten nun ihren Druck auf Teheran erheblich. Diese Entscheidung fiel direkt im Zusammenhang mit den gemeldeten Angriffen auf die Schifffahrt.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Energieverbraucher sind solche Preisbewegungen am Ölmarkt von direkter Relevanz. Steigende Rohölpreise wirken sich in der Regel zeitverzögert auf Kraftstoffpreise, Heizkosten und die Produktionskosten energieintensiver Industrien aus. Auch die Inflationsentwicklung in der Eurozone kann durch anhaltend hohe Energiepreise beeinflusst werden.
Die Kombination aus geopolitischer Eskalation und einer verschärften US-Sanktionspolitik gegenüber dem Iran dürfte die Ölmärkte in den kommenden Tagen weiter in Atem halten. Anleger beobachten die Lage in der Straße von Hormus genau, da weitere Zwischenfälle die Versorgungssicherheit zusätzlich gefährden könnten.


