Ölpreise springen 5% nach israelischem Angriff auf iranische Infrastruktur
Israel attackiert petrochemische Anlage im Iran – Brent und WTI reagieren mit kräftigen Kurssprüngen und schüren Hormus-Ängste.

Die Ölpreise sind am Montag um knapp 5% in die Höhe geschossen, nachdem Israel eine petrochemische Anlage im Südwesten des Irans sowie weitere militärische Ziele angegriffen hat. Der Angriff erfolgte als Vergeltung für iranische Raketenangriffe auf israelische Ziele und stellt eine der bedeutendsten Attacken auf die iranische Energieinfrastruktur seit dem im April vereinbarten Waffenstillstand dar.
Bis 02:16 Uhr ET (06:16 Uhr GMT) legten die im August auslaufenden Brent-Öl-Futures um 4,7% auf 97,44 US-Dollar pro Barrel zu. Die Rohöl-Futures der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterten um 4,5% auf 94,62 US-Dollar pro Barrel. Beide Kontrakte hatten die Vorwoche noch mit moderaten Gewinnen beendet.
Eskalation im Nahen Osten erschüttert Märkte
Israel teilte mit, militärische Ziele im Westen und Zentrum des Irans sowie eine petrochemische Anlage in der Nähe von Mahshahr angegriffen zu haben. Die Schläge erfolgten, nachdem der Iran zuvor als Reaktion auf israelische Angriffe am Rande von Beirut mehrere Raketensalven auf israelische Ziele abgefeuert hatte. Berichten zufolge hatte US-Präsident Donald Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zuvor gedrängt, auf eine Vergeltung zu verzichten.
Die Eskalation wirft neue Zweifel an der fragilen, von den USA vermittelten Verlängerung des Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon auf, die erst in der vergangenen Woche in Kraft getreten war. Damit werden Hoffnungen auf ein ausgehandeltes Ende des Konflikts erneut gedämpft.
Straße von Hormus im Fokus
Besonders beunruhigend für die Energiemärkte ist die Gefahr einer Blockade der Straße von Hormus. Über diese kritische Schifffahrtsroute wird etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs abgewickelt. Jede Störung der Ölströme durch diese Meerenge hätte unmittelbare Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und die Preise an den Rohstoffmärkten.
Der Ölpreis war Ende der vergangenen Woche aufgrund von Hoffnungen auf eine Deeskalation noch stark gefallen – Brent notierte am Freitag bei knapp 93 US-Dollar, WTI bei rund 90 US-Dollar. Diese Erwartungen wurden durch die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen jedoch schnell zunichtegemacht.
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Zur AktienanalyseOPEC+ erhöht Förderquoten trotz Unsicherheit
Auf der Angebotsseite einigte sich die OPEC+ zuletzt auf eine weitere Erhöhung der Ölförderquoten für Juli um 188.000 Barrel pro Tag. Damit setzt das Ölkartell die schrittweise Rücknahme seiner freiwilligen Produktionskürzungen fort. Eine mögliche Blockade der Exporte aus dem Persischen Golf hat jedoch die meisten Produzenten bislang daran gehindert, die zusätzliche Fördermenge tatsächlich umzusetzen.
Für deutsche Anleger und Verbraucher bedeutet die Lage erhöhte Unsicherheit: Steigende Rohölpreise wirken sich direkt auf Kraftstoff- und Energiekosten aus. Zudem geraten energieintensive Unternehmen unter Druck, während Ölkonzerne und Rohstoffproduzenten von den höheren Preisen profitieren können. Die Entwicklungen im Nahen Osten bleiben damit ein zentraler Risikofaktor für die globalen Finanzmärkte.


