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Ölpreise kaum verändert: US-Iran-Friedensgespräche prägen Markt

Brent und WTI verlieren auf Wochensicht rund 0,3 Prozent – Händler setzen auf Einigung über die Straße von Hormus.

Ölpreise kaum verändert: US-Iran-Friedensgespräche prägen Markt

Die Ölpreise zeigten sich am Freitag weitgehend stabil und verzeichneten auf Wochensicht kaum Veränderungen. Händler beobachten weiterhin gespannt die laufenden Friedensbemühungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Die Brent-Futures fielen bis 01:09 Uhr GMT um 8 Cent oder 0,11 Prozent auf 71,72 US-Dollar pro Barrel. West Texas Intermediate (WTI) sank um 22 Cent oder 0,32 Prozent auf 68,47 US-Dollar pro Barrel.

Im Wochenverlauf haben beide Ölsorten rund 0,3 Prozent verloren. Die US-Märkte blieben am Freitag im Vorfeld des amerikanischen Unabhängigkeitstages am Samstag geschlossen. Bereits am Donnerstag hatten Brent und WTI ihre niedrigsten Stände seit der Zeit vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar erreicht.

Straße von Hormus im Fokus der Anleger

Die Ölpreise standen unter Druck, da Anleger auf eine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus durch die laufenden Friedensgespräche hoffen, wie Analysten der Commerzbank erläuterten. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und ein zentraler Korridor für den globalen Öltransport. Jede Einschränkung des Verkehrs dort hat unmittelbare Auswirkungen auf die Rohölversorgung und damit auf die Preise.

Die Analysten der Citi beschrieben die Lage in einem Kommentar vom Freitag als fragil, aber vorerst stabil: „Der Prozess der US-iranischen Einigung bleibt fragil, setzt sich aber vorerst fort, da die Frage der Gebühren und der Verwaltung der Straße von Hormus weiterhin umstritten ist." Gleichzeitig zeigten sich die Experten vorsichtig optimistisch: „Wir erwarten, dass die Absichtserklärung (MoU) Bestand hat – nicht weil plötzlich Vertrauen entstanden ist, sondern weil die Anreize für einen Bruch für beide Seiten gering sind."

Ein Teil des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus wurde bereits wieder aufgenommen, wie es das ursprüngliche US-iranische Abkommen vorsah. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch, nachdem beide Länder am vergangenen Wochenende nach einem iranischen Angriff auf ein Frachtschiff Schläge ausgetauscht hatten.

Golfstaaten weiten Produktion aus

Angesichts der Aussicht auf höhere Exportmengen arbeiten die Produzenten am Persischen Golf daran, ihre Förderung auszuweiten. Kuwaits Ölproduktion stieg im Juni kräftig auf 1,65 Millionen Barrel pro Tag – verglichen mit lediglich 580.000 Barrel pro Tag im Mai. Dies entspricht einem massiven Anstieg innerhalb eines einzigen Monats und verdeutlicht, wie schnell die Golfstaaten ihre Kapazitäten hochfahren können.

Mindestens fünf Supertanker mit insgesamt 10 Millionen Barrel saudischem Öl haben die Straße von Hormus bereits verlassen. Zudem ist Saudi Aramco von langfristigen Verträgen auf Spot-Preise umgestiegen, um den Absatz in Asien zu beschleunigen, wie aus Handelsquellen und Schifffahrtsdaten hervorgeht.

PVM-Analyst Tamas Varga ordnete die Lage nüchtern ein: „Eine nachhaltige Erholung der Rohölpreise wird sich eher dann einstellen, wenn das derzeit auf Tankern festsitzende und gelagerte Öl vom Markt absorbiert wurde und falls sich die Erholung der Produktion als unzureichend erweist, um die durch die Straße von Hormus transportierten Mengen auszugleichen."

Marktstruktur dreht ins Contango

Mit zunehmender Verfügbarkeit des Angebots hat sich die Marktstruktur von Backwardation zu Contango gewandelt. Backwardation bezeichnet eine Situation, in der Terminkontrakte für spätere Lieferungen günstiger sind als aktuelle Preise – ein Zeichen für erwartete Knappheit. Contango hingegen signalisiert ein Überangebot oder zumindest keine erwartete Verknappung in der Zukunft.

Der Spread zwischen dem Frontmonat Brent und dem Sechs-Monats-Forward drehte am 1. Juli zum ersten Mal in diesem Jahr ins Negative. Dies spiegelt die sinkende Erwartung künftiger Knappheiten wider und zeigt, dass der Markt zunehmend von einer Entspannung der Versorgungslage ausgeht – sofern die Friedensgespräche zwischen Washington und Teheran weiter Fortschritte machen.

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