Ölpreise geben nach: USA signalisieren Fortschritte bei Iran-Gesprächen
Brent und WTI fallen leicht, während Märkte auf neue Signale aus den US-Iran-Verhandlungen warten.

Die Ölpreise haben am Mittwoch im asiatischen Handel leicht nachgegeben. Auslöser waren Signale aus Washington, dass die Gespräche mit dem Iran Fortschritte machen. Die Märkte reagierten vorsichtig auf die diplomatischen Entwicklungen rund um den laufenden Konflikt.
Die Brent-Öl-Futures für Juli fielen um 0,4 % auf 110,87 US-Dollar pro Barrel. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 0,3 % auf 98,87 US-Dollar nach. Bereits am Dienstag hatten beide Kontrakte rund 1 % verloren.
Trumps Aussagen sorgen für Bewegung
US-Präsident Donald Trump erklärte Abgeordneten am Dienstagabend, der Iran-Krieg könne „sehr schnell" enden. Zuvor hatte er mitgeteilt, einen geplanten Angriff auf den Iran verschoben zu haben und dass die Verhandlungen mit Teheran gut verliefen. Auch Vizepräsident JD Vance schlug optimistische Töne an und erklärte, Teheran wolle eine Einigung erzielen.
Der Iran legte in seinem jüngsten Friedensvorschlag eigene Bedingungen vor: ein Ende der Feindseligkeiten an allen Fronten, den Abzug der US-Streitkräfte aus der Region sowie Reparationen für Kriegsschäden. Die USA hatten frühere iranische Vorschläge jedoch weitgehend abgelehnt. Washington besteht darauf, dass das Ende der nuklearen Ambitionen des Irans eine Kernforderung in jeder Verhandlung bleibe.
Straße von Hormus bleibt kritischer Engpass
Trotz der diplomatischen Signale blieben die Ölpreisrückgänge begrenzt. Der Grund: anhaltende Versorgungsunterbrechungen in der Straße von Hormus. Der Schiffsverkehr durch diese strategisch wichtige Wasserstraße liegt weiterhin auf einem Bruchteil des Vorkriegsniveaus. Betroffen sind damit rund 20 % des weltweiten Ölangebots – ein erheblicher Faktor für die globalen Energiemärkte.
Um die Versorgungslage zu stabilisieren, hatte US-Präsident Trump die Freigabe von 172 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Erdölreserve angeordnet. Zudem verlängerten die USA am Montag eine Ausnahmeregelung von den Sanktionen für russisches Öl auf dem Seeweg. Dies ermöglicht es Ländern, die besonders anfällig für Importunterbrechungen sind, ihre Versorgung zu sichern.
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Zur AktienanalyseLagerbestandsdaten im Fokus
Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich nun auf die offiziellen US-Lagerbestandsdaten, die im Laufe des Mittwochs erwartet werden. Daten des American Petroleum Institute (API) zeigten für die vergangene Woche bereits einen deutlichen Rückgang von 9,1 Millionen Barrel – weit über den Erwartungen eines Rückgangs von 3,4 Millionen Barrel.
Die US-Lagerbestände verzeichnen seit mehreren Wochen einen starken Rückgang. Hintergrund ist, dass die USA ihre Ölexporte hochgefahren haben, um Versorgungsengpässe im Ausland infolge des Iran-Krieges auszugleichen. Die offiziellen Lagerdaten gelten als wichtiger Indikator für die weitere Preisentwicklung am Rohölmarkt.


