Ölpreise fallen wegen Unsicherheit bei US-Iran-Gesprächen in Katar
Teheran verweigert direkte Gespräche mit US-Delegierten – Brent-Rohöl verliert 1,5 Prozent auf 71,82 Dollar.

Die Ölpreise sind am Mittwoch deutlich unter Druck geraten, nachdem der Iran erklärt hatte, er werde sich nicht direkt mit US-Delegierten zu Gesprächen in Katar treffen. Die Nachricht verstärkte die Besorgnis über den Fortschritt des Friedensprozesses zwischen Washington und Teheran und belastete die internationalen Rohölmärkte spürbar.
Der Brent-Rohöl-Future, der internationale Benchmark, notierte um 9:36 Uhr ET rund 1,5 Prozent niedriger bei 71,82 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verlor 1 Prozent und fiel auf 68,79 US-Dollar. Beide Kontrakte hatten bereits im vergangenen Monat massive Verluste verzeichnet: Brent brach im Juni um rund 21 Prozent ein – der stärkste monatliche Rückgang seit März 2020. WTI gab im gleichen Zeitraum mehr als 20 Prozent nach, was die schlechteste monatliche Performance seit Ende 2021 darstellt.
Hintergrund: Vorläufiges Friedensabkommen und die Straße von Hormus
Am 17. Juni hatten die USA und der Iran eine 14-Punkte-Absichtserklärung unterzeichnet, um die Kämpfe einzustellen, die den weltweiten Ölfluss durch die Straße von Hormus unterbrochen hatten. Die Straße von Hormus liegt im Persischen Golf zwischen dem Oman und dem Iran und gilt als einer der weltweit kritischsten Engpässe für die Energieversorgung. Über diese schmale Wasserstraße werden üblicherweise rund 20 Prozent des gesamten weltweiten Ölverkehrs abgewickelt – ein Ausfall hätte weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung.
Iranische Beamte erklärten laut einem Reuters-Bericht, dass Teheran und Washington zunächst noch die Bedingungen des vorläufigen Abkommens ausarbeiten müssten, bevor schwierigere Themen wie mögliche Beschränkungen des iranischen Atomprogramms angegangen werden könnten. Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, und US-Sondergesandter Steve Witkoff trafen am Dienstag in Doha ein. Ein Sprecher der katarischen Regierung stellte jedoch klar, dass sie sich lediglich mit Vermittlern und nicht direkt mit Vertretern des Irans treffen würden.
Zwischenfall in der Straße von Hormus sorgt für zusätzliche Nervosität
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Zur AktienanalyseFür zusätzliche Unruhe sorgte ein Bericht iranischer Staatsmedien vom Mittwoch: Demnach sei ein ausländisches Containerschiff in der Straße von Hormus auf Grund gelaufen, während es eine Route benutzte, die nicht von Teheran genehmigt worden war. Weitere Einzelheiten nannte die Islamische Republik nicht. Der Vorfall unterstreicht die anhaltende Fragilität der Lage in der strategisch bedeutsamen Wasserstraße.
Trotz der jüngsten Spannungen vertreten Marktstrategen eine vergleichsweise optimistische Einschätzung. Die ING-Strategen Warren Patterson und Ewa Manthey erklärten in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse, dass der Ölmarkt weiterhin eine positive Erwartung hinsichtlich einer Erholung des Angebots im Nahen Osten hege. Zudem schienen die Bewegungen von Tankerschiffen in der Straße von Hormus weiterhin begrenzt zu sein – ein Zeichen, dass die schlimmsten Szenarien einer vollständigen Blockade bislang ausgeblieben sind.


