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Ölpreise fallen nach Trumps Ankündigung eines US-Iran-Rahmenabkommens

Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Nahostkonflikts drücken die Rohölpreise – doch Teheran widerspricht Trumps Darstellung einer Einigung.

Ölpreise fallen nach Trumps Ankündigung eines US-Iran-Rahmenabkommens

Die Ölpreise sind am Freitag deutlich gefallen, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, Washington habe eine Rahmenvereinbarung mit dem Iran erzielt. Die US-Rohöl-Futures für die Lieferung im Juli verloren 1,61 Prozent und notierten bei 86,30 US-Dollar pro Barrel. Die August-Futures der internationalen Referenzsorte Brent gaben sogar 1,75 Prozent auf 88,80 US-Dollar nach.

Trump äußerte sich im Oval Office und erklärte, er erwarte die Unterzeichnung eines Abkommens „in den nächsten Tagen". Zudem kündigte er an, dass die strategisch bedeutsame Straße von Hormus nach Abschluss eines Deals wieder geöffnet werde. Bereits zuvor hatte Trump mitgeteilt, eine geplante Serie von US-Militärschlägen gegen den Iran abgesagt zu haben. Er begründete dies damit, dass die Verhandlungen mit Teheran „auf die höchste Ebene der iranischen Führung gebracht und genehmigt worden seien".

Teheran widerspricht Trumps Darstellung

Der Iran wies Trumps Behauptungen jedoch umgehend zurück. Das staatsnahe iranische Medium Fars berichtete auf Telegram, Teheran habe keinem Textentwurf für eine erste Absichtserklärung mit Washington zugestimmt. In einem weiteren Beitrag stellte Fars Trumps Ankündigung als Rückzug von seinen früheren militärischen Drohungen dar – ohne dass neue Elemente vorgelegt worden seien, die über einen bereits vom Iran eingereichten Vorschlag hinausgingen.

Trotz dieser widersprüchlichen Signale reagierten die Märkte mit fallenden Ölpreisen, da allein die Aussicht auf eine diplomatische Lösung ausreichte, um Risikoprämien aus dem Markt zu nehmen. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt – rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren diesen engen Meereskanal zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel.

Analysten sehen Markt überraschend stabil

BMO Capital Markets stellte fest, dass die Ölpreise trotz des jüngsten erneuten Schlagabtauschs zwischen den USA und dem Iran überraschend stabil geblieben seien. Als ausgleichende Faktoren nannten die Analysten laufende diplomatische Bemühungen, alternative Schifffahrtsrouten um die Straße von Hormus sowie deutlich geringere chinesische Rohölimporte seit Beginn des Konflikts.

Auch die US-Großbank Citi betonte in einer Mitteilung vom Freitag, dass der Rückgang chinesischer Rohölimporte dazu beigetragen habe, die Ölpreise zu mäßigen und die Angst vor einem Bieterwettstreit um Lieferungen zu verringern. Citi schätzt, dass China seine Importe bei nahezu 8,7 Millionen Barrel pro Tag halten kann, ohne die eigenen Lagerbestände wesentlich abzubauen.

Dies bedeutet konkret: Die chinesische Nachfrage dürfte den Ölpreisen kurzfristig keinen größeren Auftrieb verleihen. Für Anleger und Energiemärkte bleibt die Lage damit angespannt – zwischen diplomatischen Hoffnungen und anhaltender Ungewissheit über den tatsächlichen Stand der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

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