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Ölpreise erholen sich trotz Unsicherheit über Iran-Abkommen

Brent und WTI drehen ins Plus, steuern aber auf ein Wochenminus von fast 8 Prozent zu.

Ölpreise erholen sich trotz Unsicherheit über Iran-Abkommen

Die Ölpreise haben am Freitag frühe Verluste wettgemacht und ins Plus gedreht. Dennoch steuern beide wichtigen Referenzsorten auf einen kräftigen Wochenverlust zu, da Anleger die jüngsten Entwicklungen rund um das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran genau beobachten.

Bis 02:05 Uhr ET (06:05 GMT) stiegen die im August auslaufenden Brent-Öl-Futures um 0,8 Prozent auf 80,45 US-Dollar pro Barrel. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) legte sogar um 1,8 Prozent auf 77,50 US-Dollar pro Barrel zu. Auf Wochensicht droht beiden Sorten jedoch ein Minus von fast 8 Prozent – die Notierungen befinden sich damit nahe ihrer niedrigsten Stände seit Anfang März, dem Zeitpunkt, als der Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert war.

Genfer Gespräche ausgesetzt – Zweifel am Abkommen wachsen

Für neue Unsicherheit sorgte die Nachricht, dass US-Vizepräsident J. D. Vance die geplanten Genfer Gespräche im Zusammenhang mit dem Friedensprozess zwischen den USA und dem Iran ausgesetzt hat. Die Schweiz bestätigte, dass die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Nahost-Konflikts am Freitag nicht stattfinden würden. Zusätzlich starteten israelische Streitkräfte am frühen Donnerstag neue Luftangriffe, was weitere Zweifel an der Stabilität des Friedensprozesses aufkommen ließ.

Die Marktstimmung hatte sich zuvor deutlich aufgehellt, nachdem Washington und Teheran ein Interimsabkommen unterzeichnet hatten. Dieses zielt auf die Beendigung der Feindseligkeiten und die Wiederherstellung der Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus ab – jene strategisch bedeutsame Wasserstraße, über die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen abgewickelt wird.

Millionen Barrel könnten schrittweise auf den Markt zurückkehren

Das Interimsabkommen hat die Erwartung geweckt, dass Millionen Barrel festsitzenden Rohöls in den kommenden Wochen und Monaten schrittweise auf die internationalen Märkte zurückkehren könnten. Die USA erklärten, sie hätten ihre Blockade gegen den Iran am Donnerstag mit Inkrafttreten des Abkommens aufgehoben. Berichten zufolge machten sich Schiffe mit festsitzendem Öl bereits am Donnerstag auf den Weg aus der Wasserstraße.

Die Aussicht auf erneute iranische Ölexporte hat einen Großteil der geopolitischen Risikoprämie zunichtegemacht, die die Ölpreise auf dem Höhepunkt der Krise auf über 120 US-Dollar pro Barrel getrieben hatte. Branchenanalysten warnten jedoch, dass eine vollständige Erholung der Ölströme aus dem Golf nicht unmittelbar eintreten werde.

Fed-Haltung belastet Ölmärkte zusätzlich

Neben den geopolitischen Entwicklungen setzen auch makroökonomische Faktoren die Ölmärkte unter Druck. Die restriktive Haltung der US-Notenbank Federal Reserve, einschließlich Hinweisen darauf, dass die Zinssätze länger auf einem hohen Niveau bleiben könnten, hat den US-Dollar gestärkt. Ein starker Dollar macht Rohöl für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer und dämpft damit tendenziell die globale Nachfrage.

Für Anleger bleibt die Lage damit zweigeteilt: Kurzfristig sorgen die Fortschritte beim Iran-Abkommen für Entspannung am Ölmarkt, doch die anhaltende geopolitische Unsicherheit sowie das makroökonomische Umfeld lassen eine nachhaltige Erholung der Preise vorerst fraglich erscheinen.

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