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Ölpreise brechen ein: USA und Iran einigen sich auf Waffenstillstand

Ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran lässt die Ölpreise am Montag um mehr als vier Prozent abstürzen.

Ölpreise brechen ein: USA und Iran einigen sich auf Waffenstillstand

Die Ölpreise sind am Montag massiv unter Druck geraten. Auslöser war ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, das den monatelangen Konflikt im Nahen Osten beenden und die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder öffnen soll. Brent-Rohöl fiel bis 06:17 GMT um 4,1 Prozent auf 83,79 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl um 4,6 Prozent auf 80,99 US-Dollar pro Barrel nachgab.

Die Rückgänge weiteten die Verluste der Vorwoche aus und drückten beide Referenzsorten auf ihre niedrigsten Stände seit dem 10. März. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der durch die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten ausgelöst wurde.

Trumps Ankündigung sorgt für Marktbewegung

US-Präsident Donald Trump und iranische Regierungsvertreter gaben am Sonntag ein Rahmenabkommen bekannt. Dieses soll die Feindseligkeiten beenden und die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus ermöglichen. „Ich genehmige hiermit die vollständige und gebührenfreie Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die Vereinigten Staaten an", erklärte Trump in einem Social-Media-Beitrag. „Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!", fügte er hinzu.

Das Abkommen soll voraussichtlich bis Freitag dieser Woche unterzeichnet werden. Der Iran erklärte, dass während einer 60-tägigen Waffenruhe ein umfassenderes Abkommen ausgehandelt werde. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete zudem, dass der Entwurf des Abkommens die Wiedereröffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen unter iranischer Regie vorsehe.

Berichten zufolge umfassen die Details des Abkommensentwurfs folgende Punkte:

  • Lockerungen der Sanktionen gegen den Iran
  • Beschränkungen der nuklearen Aktivitäten des Irans
  • Maßnahmen zur Normalisierung der iranischen Ölexporte

Straße von Hormus: Schlüsselrolle für die globale Energieversorgung

Die Straße von Hormus ist eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt. Über diesen Seeweg wird etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Treibstoffverbrauchs abgewickelt. Seit Ausbruch des Konflikts Anfang des Jahres stand die Wasserstraße im Zentrum der globalen Versorgungssorgen.

Störungen im Schiffsverkehr, erhöhte Versicherungskosten und die Angst vor lang anhaltenden Engpässen hatten dazu beigetragen, den Brent-Preis auf dem Höhepunkt der Krise auf über 120 US-Dollar pro Barrel zu treiben. Die Aussicht auf eine Normalisierung der Lage sowie auf zusätzliche iranische Ölmengen, die auf die Weltmärkte gelangen könnten, belastet nun die Preise erheblich.

Analysten warnen vor voreiligem Optimismus

Trotz der spürbaren Erleichterung an den Märkten mahnen Analysten zur Vorsicht. Der Rahmen für den Waffenstillstand muss noch formell umgesetzt werden. Zudem könnte der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus selbst bei vollständiger Öffnung nicht sofort wieder das Vorkriegsniveau erreichen.

Neben der geopolitischen Entwicklung blicken Anleger auf eine ereignisreiche Woche für die Zentralbanken. Die US-Notenbank Federal Reserve tagt am 16. und 17. Juni. Es wird erwartet, dass die Fed die Zinsen stabil hält, während Marktteilnehmer die künftigen Wirtschaftsprognosen der Notenbank genau beobachten werden.

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