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Ölpreise 2026: UBS erwartet Trendwende nach schwachem Start

Die Schweizer Großbank UBS prognostiziert für 2026 einen durchschnittlichen Brent-Preis von 62 Dollar je Barrel. Nach einem schwachen ersten Quartal soll sich der Ölmarkt jedoch im Jahresverlauf deutlich erholen und den Grundstein für höhere Preise in den

Ölpreise 2026: UBS erwartet Trendwende nach schwachem Start

Die Ölmärkte stehen vor einem herausfordernden Jahr 2026, das jedoch den Wendepunkt für eine nachhaltige Erholung markieren könnte. Die Schweizer Großbank UBS bezeichnet das kommende Jahr als "Übergangsjahr" für den Rohstoffmarkt und prognostiziert einen durchschnittlichen Brent-Preis von 62 Dollar je Barrel sowie 58 Dollar für US-WTI.

Massiver Überschuss drückt Preise im ersten Quartal

Der Hauptgrund für die zunächst gedämpften Preiserwartungen liegt in einem erheblichen Angebotsüberschuss von rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag. Dieser dürfte im ersten Quartal 2026 seinen Höhepunkt erreichen und den Brent-Preis vorübergehend auf etwa 60 Dollar drücken. Die UBS-Analysten betonen jedoch einen entscheidenden Unterschied zu früheren Phasen des Überangebots: Der Überschuss wird im Jahresverlauf kontinuierlich schrumpfen.

Trendwende ab dem zweiten Quartal erwartet

Nach dem schwachen Auftakt erwarten die Experten eine deutliche Stabilisierung und Erholung der Ölpreise. Der Fokus der Investoren dürfte sich zunehmend auf die begrenzten freien Förderkapazitäten verlagern, was die Preise stützen sollte. Die physischen Marktindikatoren deuten laut UBS nicht auf eine fundamentale Nachfrageschwäche hin.

Nachfrage könnte positiv überraschen

Die Schweizer Bank sieht die Nachfragerisiken als geringer an als die Angebotsrisiken. Die aktuelle Prognose geht von einem Nachfragewachstum von 1,2 Millionen Barrel pro Tag aus. Sollte die Nachfrage stärker ausfallen, würde sich der theoretische Überschuss weiter reduzieren und die Preise zusätzlich unterstützen.

Geopolitische Risiken als Preistreiber

Potenzielle Lieferausfälle in Russland, Venezuela oder Iran könnten die Märkte schnell anspannen. Ein kombinierter Ausfall von etwa 500.000 Barrel pro Tag würde Brent in den mittleren bis oberen 60-Dollar-Bereich heben. Bei schwerwiegenderen Störungen sind noch deutlichere Preisanstiege möglich.

Das Aufwärtspotenzial wird allerdings durch die OPEC+-Reservekapazität von etwa 4,1 Millionen Barrel pro Tag begrenzt. Zudem könnten die freiwilligen Produktionskürzungen bei steigenden Preisen schneller rückgängig gemacht werden als erwartet.

Langfristig höhere Preise in Sicht

Für die Folgejahre zeigt sich die UBS optimistischer. Für 2027 prognostizieren die Analysten einen durchschnittlichen Brent-Preis von 70 Dollar je Barrel, ab 2028 sogar 75 Dollar. Grund ist das sich verlangsamende Angebotswachstum außerhalb der OPEC+.

Die Investmentbank Bernstein teilt diese mittelfristig positive Einschätzung und sieht 2026 als Tiefpunkt des Preiszyklus. Für 2027 erwarten auch die Bernstein-Analysten eine Erholung in Richtung 70 Dollar, womit sich die Preise den Grenzkosten der Produktion annähern würden.

Risikoszenario: Weiterer Preisdruck möglich

Ein Abwärtsszenario würde sich ergeben, wenn zusätzliches Angebot von etwa 1 Million Barrel pro Tag aus Russland und Venezuela auf den Markt käme. Dies könnte die Preise in den mittleren 50-Dollar-Bereich drücken. Allerdings rechnet die UBS bei solch niedrigen Niveaus mit einem deutlich langsameren Wachstum des Nicht-OPEC-Angebots sowie einer Anpassung der OPEC+-Politik.

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