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Ölpreisanstieg belastet Schwellenländerwährungen – Iran-Spannungen eskalieren

Brent-Rohöl klettert über 117 Dollar je Barrel, während der US-Dollar zulegt und Emerging-Market-Währungen unter Druck geraten.

Ölpreisanstieg belastet Schwellenländerwährungen – Iran-Spannungen eskalieren

Die Währungen der Schwellenländer stehen am Mittwoch unter erheblichem Druck. Der MSCI Emerging Market Currency Index verlor 0,3 Prozent, angeführt von deutlichen Rückgängen beim chilenischen Peso, dem südafrikanischen Rand und dem südkoreanischen Won. Auslöser ist die anhaltende geopolitische Anspannung zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus.

Rohöl der Sorte Brent stieg um mehr als 5 Prozent auf über 117 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund ist die Ankündigung der USA, die Seeblockade iranischer Häfen aufrechtzuerhalten. Washington verfolgt damit das Ziel, Teherans Ölexporte einzuschränken und den Iran zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren diesen Engpass.

Ölimportierende Länder besonders hart getroffen

Besonders stark unter Druck geraten sind die Währungen von Ländern, die auf Ölimporte angewiesen sind. Der chilenische Peso und der südafrikanische Rand verloren jeweils mehr als 1 Prozent. Die chilenische Notenbank hatte am Dienstag die Zinsen unverändert gelassen und gleichzeitig vor schwerwiegenderen Auswirkungen des Konflikts auf das globale Wachstum und die Inflation gewarnt. Der Rand steuert auf seinen stärksten Tagesverlust seit über einem Monat zu.

Auch der thailändische Baht gab um bis zu 0,6 Prozent nach. Die Bank of Thailand beließ ihren Leitzins bei 1 Prozent und betonte dabei die wirtschaftlichen Risiken, die der Ölpreisanstieg für die heimische Konjunktur mit sich bringt. Thailand ist als stark ölabhängige Volkswirtschaft besonders anfällig für steigende Energiepreise.

US-Dollar profitiert von Flucht in sichere Anlagen

Die bereits am Dienstag begonnene Umschichtung in sicherere Anlagen setzte sich am Mittwoch fort. Der US-Dollar gewann weiter an Stärke, was die weltweiten Aktienmärkte zusätzlich belastete. Ein entsprechender Index für Aktien aus Entwicklungsländern gab frühere Gewinne wieder ab und notierte nahezu unverändert.

Gleichzeitig passen Händler ihre Erwartungen für eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve bis Ende nächsten Jahres an. Von der für Mittwoch anberaumten Fed-Sitzung wird eine restriktive, sogenannte „hawkish" Haltung erwartet. Eine solche Positionierung würde bedeuten, dass die Fed trotz globaler Unsicherheiten an einem straffen geldpolitischen Kurs festhält – was den Dollar weiter stützen und Kapitalabflüsse aus Schwellenländern verstärken könnte.

Die Kombination aus steigenden Ölpreisen, einem starken US-Dollar und geopolitischer Unsicherheit setzt Schwellenländer gleich von mehreren Seiten unter Druck. Für Anleger mit Engagements in Emerging Markets bleibt die Lage damit vorerst angespannt.

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