Ölpreis steigt um 1% nach neuen US-Angriffen auf Iran
Neue US-Militärangriffe auf den Iran und sinkende US-Rohölvorräte treiben die Ölpreise deutlich nach oben.

Die Ölpreise haben am Mittwoch rund 1% zugelegt und sich damit von einem Sieben-Wochen-Tief erholt, das in der vorangegangenen Sitzung erreicht worden war. Auslöser waren neue Angriffe des US-Militärs auf iranische Ziele sowie Marktdaten, die einen erneuten deutlichen Rückgang der US-Rohölvorräte belegten.
Brent-Futures stiegen um 83 Cent oder 0,9% auf 92,29 US-Dollar pro Barrel. Das US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 68 Cent oder 0,8% auf 88,97 US-Dollar. Brent hatte am Dienstag auf dem niedrigsten Stand seit dem 17. April geschlossen, WTI verzeichnete den schwächsten Schlusskurs seit dem 29. Mai.
Eskalation nach Hubschrauber-Abschuss
Die neuen US-Militärangriffe auf den Iran erfolgten, nachdem US-Präsident Donald Trump am Dienstag angekündigt hatte, auf den Abschuss eines US-Apache-Kampfhubschraubers in der Nacht zu reagieren. Diese Eskalation gefährdet den fragilen Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran, der erst kürzlich ausgehandelt worden war.
Hintergrund des Konflikts ist Israels Weigerung, seinen Feldzug gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon zu beenden. Teheran hatte erklärt, die Feindseligkeiten wieder aufzunehmen, sollte Israel seine Angriffe auf die Hisbollah fortsetzen. Dies behindert Trumps Bemühungen, den brüchigen Waffenstillstand in eine dauerhafte Lösung zu überführen.
Besonders kritisch für den globalen Ölmarkt: Teheran blockiert weiterhin den Großteil des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Über diese strategisch bedeutsame Meerenge wird normalerweise ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases transportiert. Washington hat seinerseits eine Blockade iranischer Häfen verhängt.
US-Rohölvorräte fallen zum achten Mal in Folge
Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Ölpreise durch neue Lagerdaten. Laut Angaben aus Marktkreisen, die sich auf Daten des American Petroleum Institute berufen, sanken die US-Rohölvorräte in der Woche bis zum 5. Juni um 9,12 Millionen Barrel – bereits der achte Rückgang in Folge. Auch die Benzinvorräte gingen um 1,19 Millionen Barrel zurück.
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Zur AktienanalyseDieser anhaltende Lagerabbau hat direkte Auswirkungen auf den globalen Markt. Die Vereinigten Staaten fungierten während des Krieges als Grenzanbieter für Rohöl und Produkte und weiteten ihre Exporte nach Asien und Europa aus. Niedrigere US-Lagerbestände könnten diese Exporte beeinträchtigen und die Preise weiter nach oben treiben.
US-Energieminister Chris Wright äußerte sich am Dienstag dennoch verhalten optimistisch: Er erklärte, dass der Schiffsverkehr im Golf und die Ölexporte durch die Straße von Hormus zunehmen, obwohl Washington und Teheran weiterhin um eine Einigung zur Beendigung ihres mehr als drei Monate andauernden Krieges ringen.
Für deutsche Anleger und Verbraucher ist die Entwicklung am Ölmarkt von besonderer Bedeutung, da steigende Rohölpreise mittelfristig die Energiekosten und die Inflation beeinflussen können. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt damit ein zentraler Faktor für die globalen Energiemärkte.


