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Ölpreis springt um 4 Dollar nach Trumps Iran-Absage

Trump nennt Irans Antwort auf US-Friedensvorschlag „inakzeptabel" – Brent klettert auf 105 Dollar, Straße von Hormus bleibt gesperrt.

Ölpreis springt um 4 Dollar nach Trumps Iran-Absage

Die Ölpreise haben am Montag kräftig zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump die Reaktion des Irans auf einen amerikanischen Friedensvorschlag als „inakzeptabel" bezeichnet hatte. Brent-Rohöl stieg um 06:14 Uhr GMT um 4,04 Dollar oder 3,99 Prozent auf 105,33 Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 4,43 Dollar oder 4,64 Prozent auf 99,85 Dollar pro Barrel.

Der Kursanstieg folgt auf eine schwache Vorwoche: Beide Kontrakte hatten in den vergangenen sieben Handelstagen jeweils rund 6 Prozent verloren. Hintergrund waren Hoffnungen auf ein baldiges Ende des nun zehn Wochen andauernden Konflikts, der den Öltransit durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gebracht hat.

„Der Ölmarkt wird weiterhin wie eine Maschine für geopolitische Schlagzeilen gehandelt, wobei die Preise je nach Kommentar, Ablehnung oder Warnung aus Washington und Teheran stark schwanken", sagte Priyanka Sachdeva, Senior Market Analyst bei Phillip Nova.

Trumps China-Besuch im Fokus

Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf Trumps geplanten Besuch in Peking, wo er laut US-Beamten voraussichtlich am Mittwoch eintreffen wird. Dabei soll unter anderem die Iran-Frage mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping besprochen werden.

„Es besteht die Hoffnung, dass er Peking davon überzeugen kann, seinen Einfluss auf den Iran geltend zu machen, um auf einen umfassenden Waffenstillstand und eine Lösung der anhaltenden Störungen in der Straße von Hormus zu drängen", schrieb IG-Marktanalyst Tony Sycamore in einem Kommentar.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel. Eine anhaltende Blockade trifft damit nicht nur die Golfstaaten, sondern den gesamten globalen Energiemarkt.

Tanker schalten Transponder ab – Lagerbestände erschöpft

Drei weitere Tanker verließen in der vergangenen Woche die Straße von Hormus mit ausgeschalteten Transpondern, um iranische Angriffe zu vermeiden. Das zeigen Schifffahrtsdaten des Analyseunternehmens Kpler. Dieser Trend zur Verschleierung der Schiffspositionen unterstreicht die anhaltende Gefährdungslage für den Öltransport aus dem Nahen Osten.

Saudi Aramco-Chef Amin Nasser warnte am Sonntag, die Welt habe in den vergangenen zwei Monaten etwa eine Milliarde Barrel Öl verloren. Die Energiemärkte würden Zeit brauchen, um sich zu stabilisieren, selbst wenn die Lieferungen wieder aufgenommen würden.

Die Analysten der ANZ-Bank schreiben in einer Notiz vom Montag: „Selbst wenn der akute Ölschock bis Ende 2026 abklingt, wird das anhaltende Risiko erneuter Störungen in der Straße von Hormus, erschöpfte Lagerbestände und eine schwächere politische Koordinierung voraussichtlich dazu führen, dass eine geopolitische Risikoprämie in den Preisen enthalten bleibt."

ANZ erwartet Brent dauerhaft über 90 Dollar

Die ANZ-Analysten gehen davon aus, dass der Brent-Preis bis 2026 über 90 Dollar pro Barrel bleiben wird. Erst 2027, wenn das Nachfragewachstum wieder einsetzt und die Lagerbestände allmählich aufgefüllt werden, dürfte sich der Preis auf etwa 80 bis 85 Dollar pro Barrel einpendeln.

Auch auf der Nachfrageseite zeigen sich die Folgen der Versorgungskrise: Chinas Rohölimporte fielen im April auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren. Das geht aus offiziellen Daten hervor, die am Wochenende veröffentlicht wurden. China gilt als der weltgrößte Ölimporteur und ist damit ein zentraler Indikator für die globale Energienachfrage.

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