Ölpreis springt fast auf 100 Dollar nach Huthi-Angriffen
Angriffe jemenitischer Rebellen auf saudi-arabische Tanker im Roten Meer treiben die Ölpreise auf Mehrwochenhochs.

Die Ölpreise sind am Donnerstag massiv gestiegen, nachdem jemenitische Huthi-Rebellen Angriffe auf zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer für sich reklamiert hatten. Die Nachricht löste an den Rohstoffmärkten sofortige Reaktionen aus und trieb die wichtigsten Ölpreisbenchmarks auf ihre höchsten Stände seit Wochen.
Der Frontmonatskontrakt für Brent-Rohöl kletterte um mehr als 4 Prozent auf 98,20 US-Dollar pro Barrel und näherte sich damit der psychologisch bedeutsamen Marke von 100 Dollar. Die US-amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legte ebenfalls um knapp 4 Prozent auf 89,97 US-Dollar pro Barrel zu.
Höchststände seit Wochen
Für WTI bedeutete der Kursanstieg den höchsten Stand seit sechs Wochen. Brent-Rohöl markierte sogar Preisniveaus, die zuletzt vor zwei Monaten verzeichnet worden waren. Beide Benchmarks reagierten damit deutlich auf die geopolitischen Spannungen rund um eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.
Das Rote Meer ist eine strategisch entscheidende Wasserstraße für den globalen Öltransport. Tanker, die zwischen dem Persischen Golf und europäischen sowie amerikanischen Häfen verkehren, passieren regelmäßig diese Route. Angriffe auf Schiffe in dieser Region haben daher unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und die Erwartungen der Marktteilnehmer.
Geopolitische Risiken als Preistreiber
Die Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben in der Vergangenheit wiederholt Angriffe auf Schiffe im Roten Meer durchgeführt und damit die internationale Schifffahrt erheblich verunsichert. Solche Vorfälle erhöhen die sogenannte Risikoprämie im Ölpreis – also den Aufschlag, den Marktteilnehmer für mögliche Versorgungsunterbrechungen einkalkulieren.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Verbraucher und Unternehmen sind steigende Ölpreise von unmittelbarer Bedeutung. Höhere Rohölpreise schlagen sich in der Regel zeitverzögert in den Kraftstoffpreisen an der Zapfsäule sowie in den Energiekosten der Industrie nieder. Auch die Inflation kann durch steigende Energiepreise erneut unter Druck geraten.
Die Entwicklung zeigt einmal mehr, wie anfällig die globalen Energiemärkte für geopolitische Ereignisse sind. Anleger und Marktteilnehmer beobachten die Lage im Roten Meer daher mit großer Aufmerksamkeit, da weitere Eskalationen die Ölpreise noch näher an die 100-Dollar-Marke – oder darüber hinaus – treiben könnten.

