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Ölpreis fällt: Anleger warten auf Iran-USA-Gespräche in Doha

Brent und WTI geben nach – ein mögliches Treffen in Doha und Hoffnungen auf Deeskalation belasten die Ölpreise weiter.

Ölpreis fällt: Anleger warten auf Iran-USA-Gespräche in Doha

Die Ölpreise sind am Dienstag erneut unter Druck geraten und steuern auf einen deutlichen monatlichen Rückgang zu. Anleger beobachten gespannt mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha, während ein fragiler Waffenstillstand im seit vier Monaten andauernden Konflikt anhält.

Der Brent-Rohöl-Future für August fiel bis 03:56 Uhr GMT um 0,9 Prozent bzw. 64 Cent auf 72,51 US-Dollar pro Barrel. Das entspricht einem Rückgang von rund 20 US-Dollar oder 22 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vormonats. Der aktiver gehandelte September-Kontrakt verlor 0,4 Prozent auf 73,60 US-Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) für August sank um 0,6 Prozent bzw. 39 Cent auf 70,36 US-Dollar pro Barrel – ein Minus von etwa 17 US-Dollar oder 19 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 29. Mai. Sowohl Brent als auch WTI notieren damit nahezu wieder auf dem Vorkriegsniveau vom 27. Februar.

Hoffnung auf Deeskalation drückt die Preise

„Die Anleger preisen die Hoffnung auf ein positives Ergebnis der Gespräche in Doha ein, auch wenn eine echte Normalisierung der Ströme durch die Straße von Hormus noch nicht absehbar ist", erklärte Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade. Er ergänzte: „Der Markt ist vorsichtig hoffnungsvoll, sichert seine Positionen jedoch weiterhin ab, bis wir greifbarere Anzeichen für eine Deeskalation sehen."

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Ölhandel von zentraler Bedeutung. Störungen dort wirken sich unmittelbar auf die weltweiten Energiepreise aus. Ein Waffenstillstandsabkommen vom 17. Juni hatte die Kämpfe zunächst gestoppt, die zuvor die Ölströme durch die Meerenge unterbrochen hatten.

Iranische und omanische Experten sollen in den kommenden Tagen Gespräche über die Neudefinition der Transitwege durch die Straße von Hormus aufnehmen. Der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte am Montag im Staatsfernsehen, sein Land werde versuchen, Schiffe außerhalb der definierten Wege zu behindern. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, stellte jedoch klar, dass es in den kommenden Tagen keine Verhandlungstreffen auf irgendeiner Ebene mit der amerikanischen Seite geben werde.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich vor Reportern im Oval Office zurückhaltend: „Das Treffen in Doha wird vielleicht wichtig sein, vielleicht auch nicht. Wir werden es herausfinden." Diese Aussage verdeutlicht die anhaltende Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Diplomatie – und die Fragilität des bisherigen Abkommens.

Chinesische Nachfrage bleibt weiterer Belastungsfaktor

Neben den geopolitischen Unsicherheiten belasten auch Sorgen um die Ölnachfrage aus China die Preise. „Wir warten auf weitere Belege für eine Zunahme der chinesischen Käufe, können aber noch nicht auf eine umfassende Rückkehr des weltweit größten Rohölimporteurs an den Markt wetten", sagte Neil Crosby, Forschungsleiter bei Sparta Commodities. China gilt als entscheidender Nachfragetreiber auf dem globalen Ölmarkt, und jede Schwäche dort wirkt sich spürbar auf die Preisbildung aus.

Unterdessen zeigen Schifffahrtsdaten, dass die Produzenten im Nahen Osten die Verladung von Öl und Flüssigerdgas (LNG) trotz neuer Schiffsangriffe in der Straße von Hormus und erneuter militärischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran weiter vorantreiben. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge erreichte in der vergangenen Woche sogar den höchsten Stand seit Beginn des Konflikts Ende Februar – ein Zeichen dafür, dass die Exporteure trotz der angespannten Lage lieferfähig bleiben wollen.

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