Ölpreis bricht um 6% ein: Iran signalisiert Waffenruhe
Teheran kündigt Angriffsstopp an, solange die USA ihre Kampfpause aufrechterhalten – Brent fällt auf rund 91 Dollar.

Die Ölpreise sind am Sonntag massiv unter Druck geraten. Auslöser war ein Bericht von Reuters, wonach der Iran signalisiert hat, seine Angriffe auszusetzen – vorausgesetzt, die USA halten ihre eigene Kampfpause aufrecht. Die Nachricht dämpfte die Risikoprämien an den Energiemärkten, die sich nach fast zwei Wochen eskalierender Konflikte im Nahen Osten deutlich aufgebaut hatten.
Die internationalen Ölpreise reagierten unmittelbar: Die Terminkontrakte der Referenzsorte Brent zur Lieferung im September fielen um 6% auf rund 90,97 US-Dollar pro Barrel. Die US-amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September sank in ähnlicher Größenordnung um 6% auf 83,83 US-Dollar pro Barrel. Beide Rückgänge spiegeln die Erleichterung der Märkte über eine mögliche Deeskalation wider.
Irans Haltung: „Angriff gegen Angriff"
Laut Reuters erklärte ein hochrangiger iranischer Beamter, Teherans Grundsatz bleibe „Angriff gegen Angriff". Der Beamte soll wörtlich gesagt haben: „Wenn die Angriffe aufhören, wird auch der Iran seine Operationen einstellen. Diese Botschaft wurde den Vereinigten Staaten bereits übermittelt." Die Aussage verdeutlicht, dass Teheran die Initiative zur Deeskalation an Washington knüpft.
Die US-Seite hatte ihre Bombenkampagne zuvor ausgesetzt. Berater von Präsident Donald Trump hatten demnach davor gewarnt, dass dem Militär die lohnenden Ziele ausgingen und Bedenken hinsichtlich der Erschöpfung amerikanischer Waffenbestände bestünden. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, erklärte am Sonntag gegenüber Fox News, Trump habe sich für eine Unterbrechung der Angriffe entschieden, um die Fortsetzung diplomatischer Bemühungen zu ermöglichen.
Auswirkungen auf Inflation und Fed-Politik
Der Rückgang der Ölpreise hat auch Bedeutung für die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Dhiraj Narula, Stratege für US-Zinsen bei der HSBC, erklärte, dass die zuvor höheren Ölpreise zu Erwartungen beigetragen hatten, die Fed müsse ihre straffe Geldpolitik länger aufrechterhalten. Gleichzeitig betonte er, dass die Inflationserwartungen trotz der Energie-Rallye der vergangenen Wochen relativ begrenzt geblieben seien.
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Zur AktienanalyseNarula führte dies auf die klare Kommunikation der Fed-Vertreter zurück, die ihre Verpflichtung zur Preisstabilität deutlich unterstrichen hätten. Dies habe verhindert, dass der Ölpreisschock auf die längerfristigen Inflationserwartungen durchschlage – ein wichtiges Signal für Anleger, die die Zinsentwicklung in den USA im Blick behalten.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte in den vergangenen Wochen die globalen Energiemärkte in Atem gehalten. Besonders die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte weltweit – stand im Fokus der Risikobetrachtungen. Eine anhaltende Deeskalation könnte die Versorgungssicherheit am Ölmarkt deutlich verbessern und den Preisdruck weiter mindern.


